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Musiker wollen die Musikindustrie revolutionieren

06.10.2008 | 13:35 Uhr |

Britische Musiker haben einen Verband gegründet, mit dessen Hilfe sie sich in der digitalen Zukunft behaupten wollen. Sie wollen mehr Unabhängigkeit von traditionellen Vertriebsmodellen.

Dutzende britische Musiker haben sich zur "Featured Artists Coalition" zusammengeschlossen. Diese Vereinigung soll die Interessen der Künstler vertreten. "Es ist Zeit, dass die Künstler eine starke und gemeinsame Stimme bekommen, die sich für ihre Interessen einsetzt", sagt Brian Message, Manager von Radiohead und Kate Nash. Zu oft würden Verträge abgeschlossen, die die Interessen der Musiker zu kurz kommen ließen. Man will der Allmacht der wenigen Major-Label etwas entgegen setzen.

Dabei geht es beispielsweise um politische Dinge wie die Rechtslage bei Filesharing. Bei Beratungen seien Politiker, Internetprovider und Major-Label dabei, nicht aber die Künstler. Der FAC haben sich bekannte Künstler wie Radiohead, Robbie Williams, Iron Maiden, die Kaiser Chiefs oder David Gilmour (Pink Floyd) angeschlossen. Aber auch zahlreiche Newcomer wie Kate Nash und Vertreter der Indie-Szene setzen für für mehr Freiheit der Künstler ein.

Weniger Macht für Label

Musiker sollen in Zukunft selbst mehr Einfluss haben, wie ihre Musik verbreitet wird. Sie wenden sich damit gegen die strikte Vertriebspolitik, gegen die Internetskepsis der großen Plattenfirmen. Sie stellen insgesamt sechs Forderungen in ihrer Charta. Unter anderem fordern sie, dass Nutzungsrechte in Zukunft nur noch über Lizenzen vergeben werden und nicht mehr vollständig abgetreten werden müssen. Zudem soll es eine "use it or loose it"-Regel geben. Dies besagt, dass Plattenfirmen die Rechte an Künstlern nur behalten dürfen, wenn sie diese auch benutzen und verwerten.

Zudem sollen reine Interpreten den Autoren und Komponisten gleichgestellt werden. Im Grunde handelt es sich um Forderungen, die das britische Urheberrecht aufweichen sollen und die Macht der großen Plattenfirmen verringern soll. Ob die Vertriebspolitik im Falle des Erfolges von FAC kundenfreundlicher werden würde, ist unklar erscheint aber möglich. Sie würde jedoch flexibler, es käme mehr Geld bei den Künstlern an und weniger würde in den Apparaten der großen Labels versickern.

Mehr Kundenfreundlichkeit?

Bands wie Radiohead haben es schon vorgemacht , dass man auch über das Internet im Eigenvertrieb gute Umsätze machen kann und trotzdem kundenfreundlich bleibt. Die Gründung der FAC könnte ein Sprung in Richtung Emanzipation der Musiker und mehr Musik im Internet sein - ohne die traditionellen Verwerter als Zwischenhändler.

Info: Featured Artists Coalition

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