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Beatles im iTunes Store: Was kommt als nächstes?

18.11.2010 | 07:45 Uhr |

Nicht wenige Apple-Fans und Medienschaffende kamen sich am Dienstag vom Mac-Hersteller ein wenig, ähh, veräppelt vor, als sich die groß angekündigte Neuigkeit von iTunes lediglich als der längst überfällige Verkaufsstart des Beatles-Werkes über das führende Musikdownloadportal entpuppte.

Beatles Remastered USB
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© EMI

Gut möglich, dass Apple-Chef und Beatles-Fan Steve Jobs selbst den Hype anordnete und die Nachricht als wichtiger einschätzte, als sie tatsächlich ist.

Auf der anderen Seite ist die Neuigkeit nicht so unwichtig, wie viele meinen, mit den Beatles sind die wohl populärsten Downloadverweigerer nun endlich auch im iTunes Store vertreten, nach einem langen Streit um Namens- und Verwertungsrechte - die Soloalben der Fab Four sind teilweise schon seit Jahren im iTunes Store zu haben.

Unser PC-World-Kollege Ian Paul hat sich Gedanken gemacht, ob nicht die Beatles-Premiere einen Stein ins Rollen gebracht haben könnte. Dem iTunes Store ablehnend hatten bei dessen Start im Jahr 2003 viele Bands gegenüber gestanden, beispielhaft sei hier Metallica genannt, die seit "St. Anger" aber ihre Zurückhaltung aufgegeben haben. Doch auch heute vermisst man noch so manchen populären Künstler, etwa die australischen Starkstromrocker AC/DC, die es nach wie vor nur auf CD (und Vinyl) gibt. Zur Begründung nannte etwa Angus Young vor zwei Jahren den künstlerischen Anspruch der Band: "Wir machen keine Singles, sondern Alben". Laut Ian Paul sei das aber nicht das Problem, als das letzte Album der Australier "Black Ice" im Bittorrent-Netz aufgetaucht war, hätten zahlreiche Nutzer der Website The Pirate Bay das Album nach dem Download auch noch kaufen wollen - auf CD oder sogar auf Vinyl.

Nicht nur alte Männer wie die Young-Brüder oder Bob Seger, dessen Werk man ebenfalls vergeblich im iTunes Store sucht, verweigern sich dem Downloadgeschäft, auch Kid Rock wollte vom iTunes Store noch nichts wissen. Dabei mache es ihm gar nichts aus, dass Leute seine Musik auch illegal downloaden würden, erzählt Ian Paul. Bei der Konkurrenz Amazon MP3 ist Kid Rock schon länger zu haben, den iTunes Store werde er über kurz oder lang nicht vermeiden können, sagte Kid Rock selbst. Der Mann hat Recht behalten: Zum Start seines neuen Albums "Born Free" ist auch dieser weiße Fleck auf der iTunes-Landkarte getilgt. Komisch, dass Apple daraus keine große Ankündigung gemacht hat.

Konservativ geriert sich der weltgrößte - und meist nur in den USA bekannte - Countrystar Garth Brooks. Solange es keine variablen Preise gebe und Downloads nicht auf Alben beschränkt seien, werde man sein Material nicht über iTunes bekommen, insistierte Brooks noch vor einem Jahr. Nun, dem Manne kann geholfen werden.

Aus dem iTunes Store zurückgezogen hatten sich die Brit-Rocker Def Leppard, doch schon bald soll es ein Comeback geben, sagten Bandmitglieder der britischen Presse im April. Die Band feiert demnächst ihr 30-jähriges Bestehen, zu diesem Zweck könnten sie in den Store zurückkehren. Apple wird die Welt dann wieder den Atem anhalten lassen.

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