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Musikindustrie: Apple ist unfair

27.09.2005 | 08:07 Uhr |

Immer lauter werden die Klagen der großen Musiclabel über die Preisstruktur des iTunes Music Store.

itms europe german front
Vergrößern itms europe german front

Vor einem ausgesuchten Publikum klagte Edgar Bronfam, CEO der Musiksparte bei Warner über eine falsche Gleichmacherei: „Auf der ganzen Welt gibt es keine Inhalte ohne flexible Preise. Nicht alle Songs werden gleich gemacht. Nicht alle Alben werden gleich produziert.“ In den vergangenen Monaten hatten sich auch Universal, Sony und andere über die Preisstruktur des iTMS beschwert. Sie seien durchaus bereit, einzelne Songs für einen Preis von 99 Cent anzubieten, hätten für aktuelle Hits und sehr bekannte Künstler jedoch gerne 1,49 US-Dollar pro Song gefordert.

Diesem Vorstoß hatte Jobs in Paris jedoch schon eine klare Abfuhr erteilt: Die Musiclabels würden einfach zu gierig, sie verdienten schon jetzt an jedem über den iTMS verkauften Song mehr als an jedem auf CD. Darüber hinaus spiele man mit einer Preiserhöhung nur der Internet-Piraterie in die Hände, der man in den letzten beiden Monaten mühsam Terrain abgetrotzt habe.

Tatsächlich scheint zwischen den Musiclabeln und Apple eine Hassliebe zu bestehen. Abwechselnd bejubeln sie Apples Ansatz oder verdammen ihn. Denn einerseits ist es Apple gelungen, den Musikkauf aus dem Internet populär zu machen, andererseits beäugen sie Apples Marktdominanz mit Misstrauen. So lange das Online-Geschäft bei Apple boomt, kann Apple nach Analystenmeinung seinen Kurs beibehalten, auch wenn Bronfam droht: „iTunes braucht unsere Musik genau so wie wir iTunes brauchen.“

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