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Musikindustrie fordert strengere Kontrolle von Napster

28.03.2001 | 00:00 Uhr |

Die US-Musikindustrie hat von einem
amerikanischen Bundesgericht strengere Kontrollen der
Musiktauschbörse Napster gefordert.

Die fünf größten Musikfirmen wollen Napster zwingen lassen, eine
bessere Filtersoftware zum Blockieren von urheberrechtlich
geschützten Songs einzusetzen, berichtete die Nachrichtenagentur
Bloomberg am Dienstag (Ortszeit). Napster wies unterdessen die Kritik
zurück und beschuldigte wiederum die Kläger, die Sperrung der Songs
zu behindern statt sie zu unterstützen.

«Es ist zweifelhaft, dass Napsters technologisch archaische Filter
jemals in der Lage sind, den Zugriff auf Musikstücke der Kläger zu
verhindern», sagte ein Sprecher der Vereinigung der amerikanischen
Musikindustrie RIAA. Nahezu jeder Song, dessen Verbreitung der
Verband beanstandet hatte, sei nach wie vor über Napster zugänglich.
Deshalb solle die Technologie durch eine sehr viel effektiere
Filtersoftware ersetzt werden.

Die Tauschbörse wies die Kritik unterdessen zurück und
beschuldigte die Musikindustrie, bei dem Schutz der Musikstücke nicht
zu kooperieren. Die RIAA behaupte, Informationen über viele Dateien
zu haben, die über Napster noch zugänglich seien. «Warum schickt die
RIAA diese Informationen an das Gericht und nicht an uns», stellte
Napster-Chef Hank Barry in einer Erklärung fest. Seit drei Wochen sei
nahezu jeder Napster-Mitarbeiter damit beschäftigt, die Auflagen des
Gerichts zu erfüllen. Bislang sei es gelungen, über 275 000
Musikstücke und über 1,6 Millionen Dateinamen zu sperren. Eine
effektive Blockierung sei ein permanenter und sich wiederholender
Prozess. Immerhin habe Napster die Verfügbarkeit der Dateien um 57
Prozent von 370 Millionen auf 160 Millionen reduziert.

Nach der einstweiligen Verfügung eines Berufungsgerichts in
Kalifornien vom 6. März müsste Napster längst alle geschützten Titel
herausgefiltert haben.
dpa

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