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Musikindustrie hadert mit dem Internet

18.04.2002 | 13:32 Uhr |

MÜNCHEN ( COMPUTERWOCHE ) - Zum zweiten Mal in Folge ist der Jahresumsatz der Musikindustrie zurückgegangen. Wie die Branchenvertretung International Federation of the Phonographic Industry (IFPI) meldet, sei der weltweite Absatz im vergangenen Jahr um fünf Prozent auf 8,3 Milliarden Euro gesunken. Es könne jedoch nicht die Rede davon sein, dass die Nachfrage zurückgegangen sei, so der Verband. Schuld an der Entwicklung trage vor allem das Angebot kostengünstiger Downloads von Firmen wie Kazaa, Morpheus oder LimeWire, sowie der Verkauf von CD-Brennern. Eine in den USA, Japan und Deutschland erstellte Studie zeige den direkten Zusamenhang zwischen mehr Kopien und weniger Käufen, behauptet der IFPI.

Marktbeobachter halten die Begründung des Verbandes für zu kurz gegriffen. Sie gehen eher von einem zyklisch bedingten Absatzrückgang aus. "Ich denke, die Industrie hat hier einen willkommenen Sündenbock gefunden", sagte Aram Sinnreich, Analyst beim Marktforscher Jupiter Media Metrix "die Wirklichkeit ist wesentlich komplexer." (rs)

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