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Musikindustrie sieht Wert der Musik bedroht

26.04.2007 | 14:43 Uhr |

Die Deutschen Phonoverbände sehen den Wert von Musik bedroht. Da immer mehr Musiktitel in digitaler Form vorliegen würden, gehe das Gefühl für den Wert der Musik verloren, beklagte der Vorsitzende Michael Haentjes.

Michael Haentjes, Bild: Deutsche Phonoverbände
Vergrößern Michael Haentjes, Bild: Deutsche Phonoverbände
© Deutsche Phonoverbände

Derzeit lagern rund 16,6 Milliarden Musikdateien auf deutschen Rechnern, MP3-Playern und Handys. Das geht aus der Brennerstudie 2007 hervor, welche die Gesellschaft für Konsumforschung (Gfk) für die Deutschen Phonoverbände durchführte. 37 Prozent der Bundesbürger über 10 Jahre speichern danach Musik auf ihren Rechnern ab, 2005 lag der Wert noch bei 31 Prozent. Im Schnitt besteht die digitale Musiksammlung auf dem Rechner aus 614 Titeln. Bei 23,5 Millionen Verbrauchern ergibt dies insgesamt 14,44 Milliarden Songs, die auf Computer lagern. Hinzu kommen zwei Milliarden Musikdateien auf Musikplayern sowie 128 Millionen Dateien auf MP3-fähigen Handys.

"Weil eine Festplatte immer das gleich wiegt - egal ob 100, 1.000 oder 10.000 Musikdateien darauf gespeichert sind – geht schleichend das Gefühl für den Wert von Musik verloren", kommentierte Michael Haentjes, Vorsitzender der Deutschen Phonoverbände, die Ergebnisse.

Immer mehr Verbraucher nutzen einen MP3-Player. Knapp ein Viertel der Befragten (23 Prozent) gab an, einen Musikplayer zu benutzen. Das waren beinahe doppelt so viele wie im Vorjahr. Im Schnitt sind auf einem MP3-Player 134 Titel abgespeichert.

Die deutsche Musikindustrie nimmt die Zahlen als Vorwand, das Recht auf eine Privatkopie in Frage zu stellen. "Die fortschreitende Digitalisierung kreativer Inhalte wie Musik, Filme oder Bücher erfordert dringend eine Neubewertung des Urheberrechts. Vom Kopieren können Künstler nicht leben, deshalb brauchen wie eine breite Debatte zum Schutz geistigen Eigentums in der digitalen Welt", sagte Haentjes.

Der Musikkonzern EMI hatte hingegen erst kürzlich einen anderen Weg eingeschlagen. Über Apples iTunes Store bietet das Label zukünftig Musik ohne Kopierschutz an ( wir berichteten ).

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