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Musikindustrie verklagt weitere 100 Nutzer von Tauschbörsen

07.10.2004 | 15:03 Uhr |

Eine positive Bilanz durch Strafanzeigen gegen Nutzer von illegalen Musik-Tauschbörsen, zieht die deutsche Musikindustrie und kündigt weitere Klagen an.

Die IT-Newsseite Golem zitiert Gerd Gebhardt, den Vorsitzenden der deutschen Phonoverbände mit den Worten: "Die Zahl der Nutzer und der getauschten Musikdateien hat spürbar abgenommen." Erfreut über den Erfolg, plant die Musikindustrie nach eigenen Angaben weitere 100 Anzeigen. Zudem seien alle zur Anzeige gebrachten Musikpiraten zu einem Vergleich bereit gewesen, wodurch kostenträchtige Gerichtsverfahren ausblieben. Nach Angaben der Phonoverbände seien mittlerweile zwei Urteile und ein Strafbefehl rechtskräftig und 16 zivilrechtliche Vergleiche vor den entsprechenden Staatsanwaltschaften geschlossen worden. Zuvor hatten die betroffenen Internet-Provider die Identität der Tauschbörsen-Nutzer herausgegeben.

Auch bei kleineren Mengen an angebotenen Musikdateien, werden Schadensersatz-Zahlungen und Busgelder fällig. Zwischen 2.000 und 10.000 Euro beträgt der bisher gezahlte Schadensersatz durch die Raubkopierer. Die Geldsummer hänge von der Zahl der illegalen Angebote, den Tatumständen und der individuellen Situation der Betroffenen ab. "Wir bedrohen keine Existenzen, aber es soll schon unangenehm sein", so die Worte des Vorsitzenden der Phonoverbände Gebhardt. Die Deutsche Landesgruppe der International Federation of the Phonographic Industry (IFPI) berichtet von einer 16-jährigen Schülerin aus Heidelberg, die Schadensersatz in Höhe von 2.000 Euro zahlen musste, weil sie 500 Musikdateien in Tauschbörsen angeboten hatte. Für einen Schreiner, der 1.200 Musiktitel über P2P-Netzwerke zum Download zur Verfügung stellte, wurde laut IFPI die Zahlung von Schadensersatz in Höhe von 7.500 Euro, und eine Geldbuße in Höhe von 1.000 Euro fällig. Bei einem 21-jährigen Studenten aus dem Raum Stuttgart läuft das Verfahren noch, für das Anbieten von 575 Musikdateien soll er 4.000 Euro Schadensersatz zahlen. Bereits im März informierte die IFPI über die ersten 68 Klagen gegen Nutzer von illegalen Tauschbörsen.

Info: IFPI

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