941034

Musikindustrie will höhere Preise im iTunes Music Store

29.08.2005 | 12:39 Uhr |

Mindestens zwei der vier Musikriesen wollen Apple dazu zwingen, die Preise im iTunes Music Store anzuheben, berichtet die New York Times in ihrer Wochenendausgabe.

itms europe german front
Vergrößern itms europe german front

Sony BMG und Time Warner sei vor allem das Modell eines Einheitspreises für 99 Cent pro Song ein Dorn im Auge, stattdessen solle Apple je nach Popularität der Titel verschiedene Preise verlangen. Eine aktuelle Hit-Single solle etwa 1,49 Dollar kosten, Oldies könnten weiterhin bei 99 Cent bleiben. Schon zum Start des iTMS Japan hatten Sony und Warner Music ihre Kataloge nicht mehr zur Verfügung gestellt. Laut New York Times sei dies bereits ein Vorgeschmack für amerikanische Kunden, die Verträge mit der Industrie muss Apple Anfang 2006 neu aushandeln.

Paul Vidich, AOL-Berater und ehemaliger Vize-Präsidenten von Warner Music, meint, dass die die Musikindustrie die neue Einnahmemöglichkeit über das Internet immer ernster nehme. Bisher hätten Downloads nur wenig zum Gesamtumsatz beigetragen, jetzt sein aber "zu viel Geld im Spiel, als dass die Firmen nicht auf variable Preise bestehen könnten." Begierig blicke die Industrie auf die Geschäfte, die Apple mit iPods mache. Das Geschäft mit Musikdownloads stehe nicht für sich allein, sondern diene dem Mac-Hersteller zur Steigerung seiner Hardwareverkäufe. Sony-BMG-CEO Andrew Lack verwies auf einer Konferenz vor drei Monaten darauf, dass Apple derart zwei Einnahmequellen habe, während der Musikkonzern nur auf eine "extrem kleine" Quelle zurückgreifen könne.

EMI und Universal, die beiden anderen großen Firmen, wollen jedoch keinen Druck auf Apple ausüben. Während Universal zum 99-Cent-Modell steht, habe EMI zwar Interesse an variableren Preisen, wolle aber in keinen Streit mit Apple beginnen.

Für reichlich kurzsichtig hält Gartner-Analyst Mike McGuire das Vorgehen von BMG und Time Warner. Erst vor drei Jahren hätten diese Hände ringend nach einem Partner gesucht, der sie vor der Bedrohung des Internets rette. Der Download-Markt sei noch nicht stabil genug, um Verwerfung durch höhere Preise stand zu halten, meint auch der Universal-Manager Jimmy Lovine: "Wir müssen die Leute erst noch daran gewöhnen, Musik online zu kaufen."

0 Kommentare zu diesem Artikel
941034