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Neue Apple-App für Musiker: Musikmemos

21.01.2016 | 11:42 Uhr |

Apple bringt mit Musikmemo eine neue App, die Songwriter begeistern dürfte. Garageband bekommt zudem ein Udpate für DJs.

Garageband nutzen viele Musiker als eine Art von musikalischen Notizblock, mit dem man Ideen ohne großen Aufwand aufnehmen kann. Die Software ist aber immer umfangreicher geworden und entwickelt sich zumindest auf dem Mac immer mehr zu einem semiprofessionellen Tonstudio, die Einfachheit geht dabei ein wenig verloren.

Mir der neuen iOS-App Musikmemos will Apple nun explizit Musikern einen Notizblock für ihre musikalischen Ideen an die Hand geben. Mit dem Mikrophon des iPhone oder iPad soll man so immer und überall Stimme und (akustische) Instrumente aufnehmen können, ohne lange mit Mikros, Kabeln und Adaptern herum fummeln zu müssen. Musikmemos verspricht zudem, gleich Tonarten, Akkorde und Rhythmus zu analysieren und zu protokollieren – nicht wenige Musiker haben bei der Grübelei über die richtige Notation ihres Riffs, Licks oder Harmoniefolge glatt vergessen, wie sie denn genau ging. Die derart angelegten musikalischen Notizen speichert Musikmemo in der iCloud, worüber sie Garageband (und dem weiter fortgeschrittenen Logic Pro X) auf Mac und iPhone/iPad zur Weiterbearbeitung zur Verfügung stehen. Musikmemos für iPhone und iPad ist ab sofort gratis im App Store erhältlich . Der New Yorker Songwriter Ryan Adams erklärt in Apples Pressemitteilung , wie er Musikmemos einzusetzen gedenke. Manchmal seien Ideen schneller verschwunden als das Notebook gestartet, weshalb er Notizen und Sprachnachrichten verwendet habe, um sie festzuhalten. Musikmemos verbinde nun  diese beiden Ansätze.

Wir haben dies auch gleich ausprobiert und sind noch nicht komplett davon überzeugt. Die Tonarten und das Geschlecht (Dur oder Moll) erkennen iPad und iPhone zwar ohne Probleme, doch bei den Details hapert es. Nicht jeder Dominantsept- Quartsext- oder dim-Akkord wird als solcher erkannt - ein wenig enttäuschend. Aber immerhin bietet die App die Möglichkeit, einer Aufnahme nicht nur eine Reihe von vorgegeben oder definierbaren Tags zu verpassen, sondern auch Notizen zu hinterlegen. Was darin aber wiederum fehlt, ist eine Tabulatornotation für die verwendeten Akkorde. Aber es handelt sich schließlich um eine Version 1.0. Wir haben übrigens überprüft, ob die wenig akkurate Akkorderkennung auf die fehlende Weltklasse des Gitarristen zurück zu führen ist. Nein, ist sie nicht. Wir haben der App Adele's "Hello" vorgespielt. Die Tonart As-Dur/f-Moll erkannte die App zwar, notierte aber einen seltsamen 5/4-Takt. Böse Zungen mögen jetzt behaupten, ja, für Ryan Adams reicht das. Diese unterschätzen aber das Talent des New Yorker Musikers.

Schön ist hingegen, dass man gleich in seiner Musiknotizenapp zwei Session-Musiker hinzu bitten kann, einen virtuellen Schlagzeuger und einen ebenso virtuellen Bassisten. Wie laut oder komplex sie spielen, lässt sich in einer zweidimensionalen Matrix stufenlos regeln, man kennt diese schon von den früheren iOS-Versionen von Garageband her. Die Memos speichert die App auf Wunsch auch gleich auf dem iCloud-Drive, von dort kann man sie dann auf iPad oder Mac an Garageband übergeben. Dabei sind die drei Spuren mit der eigenen Aufnahme, dem Drummer und dem Bassisten voneinander getrennt.

Garageband: 3D Touch, Live Loops, Bass-Amps

Zeitgleich mit der neuen App bringt Apple auch ein Udpate für die iOS-Variante von Garageband heraus. Garageband 2.1 unterstützt nun 3D Touch und den größeren Bildschirm des iPad Pro, bringt nun aber auch ein vom Mac bekanntes Feature auf iPhone und iPad: Die virtuellen Drummer - sonst würde auf dem iOS-Gerät das Zusammenspiel mit Musikmemos auch gar nicht funktionieren. Die Samples zahlreicher Sessiondrummer lassen realitätsnahe Drumspuren den eigenen Werken hinzufügen und bieten eine große Vielfalt von Stilen. Völlig neu ist die Funktion Live Loops, die sich an DJs richtet. Damit kann man laut Apple "inspiriert von DJ-Hardware-Controllern" seine eigenen Loops und Mixes erstellen und sie auch live vorführen. Apple liefert mit dem Update zahlreiche Loop-Vorlagen mit, um den Einstieg zu erleichtern. Die DJ-Effekte kann man auch gleich probeweise auf seine Aufnahmen anwenden, klingt komisch, wenn man mit der Akustikgitarre unterwegs ist.

Garageband für iOS erlaubt nun auch mehrspurige Aufnahmen, auch Bassisten sollen sich nun auf iPhone und iPad verewigen können, das Update bringt eine Reihe neuer Verstärkersounds mit. All die Neuerungen haben aber zur Folge, dass man vor der Aktualisierung sein iPad oder iPhone gründlich aufräumt, das Update nimmt 1 GB in Anspruch.

Garageband für iOS ist auf jedem neuen iOS-Gerät mit mindestens 32 GB Speicherkapazität enthalten - Loops und Sound beanspruchen jede Menge Platz - und kostet sonst 4,99 Euro im App Store.

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