895274

Musikmesse NAMM mit Mac-OS X-Highlights

22.01.2003 | 12:12 Uhr |

Jede Menge Produktvorstellungen für Mac-OS X sah letzte Woche die Fachmesse in Kalifornien.

Zweimal im Jahr veranstaltet die International Music Products Association, NAMM Fachmessen für die Musikindustrie. Die erste Messe dieses Jahres fand zwischen dem 17. und 19. Januar in Anaheim, Californien statt und zeigte eine Fülle neuer Audioprogramme für Mac-OS X.

Emagic


Das von Apple übernommene deutsche Softwarehaus hatte Logic 6 zu bieten. Die neue Version des Sequenzers ist erstmals nur für den Mac vorgesehen und bietet einige Neurungen. So versetzt eine Freeze-Funktion Spuren in einen nicht-editierbaren Zustand, was die Systemanforderungen des Programms reduziert. Eine Gruppierungsfunktion ermöglicht das Zusammenlegen von Spuren zu Gruppen, eine Thumbnail-Videospur erleichtert das Bearbeiten von Videomaterial. Auch die Ausgabe eines DV-Movies auf einen Video-Monitor ist jetzt per Firewire möglich. Die neue Version bringt zusätzlich noch Erweiterungen für das Arrange-Fenster, die Mischern mehr Möglichkeiten bei ihrer Arbeit liefern sollen. Neu in Logic 6.0 sind zudem ein Setup Assistent und ein Projekt-Manager. Emagic will Logic 6 für Mac-OS 9 und Mac-OS X Mitte Februar ausliefern, Preise und Updatebedingungen stehen noch nicht fest.

Native Instruments hatte mit einer Fülle an Neuigkeiten aufzuwarten. So gab das Unternehmen während der Messe eine strategische Allianz mit Stanton Magnetics bekannt. Letztere ist seit kurzem nicht nur Hersteller traditionellen DJ-Equipments, sondern hat auch mit Final Scratch ein erstes computergestütztes Produkt vorgestellt. Dabei arbeitet der DJ zwar mit einem traditionellen DJ-Set, die zwei Spezial-Vinylplatten steuern jedoch digitale Audioformate wie Wave, MP3 oder Audio-CDs.
Erstes Ergebnis der Partnerschaft wird das neue Traktor Basic FS. Traktor Basic FS ist eine neue Version der Software für Final Scratch und basiert auf der Traktor Audio-Engine. Ab April ist das Programm für Mac-OS X verfügbar. Durch ein in diesem Jahr erscheinendes Update soll auch Traktor DJ Studio mit dem System Final Scratch ansteuerbar werden.
Neu bei Native Instruments ist auch das Programm Vokator, ein neuer Vocoder. Das Programm bietet zusätzlich einen Synthesizer, einen Granular Sampler und ein virtuelles "Labortorium zur Fusion von Klängen". Zu bieten hat der Vocoder 1024 Frequenzbänder, eine Mehrbandkompressor und die Kontrolle durch den Synthesizer. Ab Februar ist Vokator für 290 Euro zu haben.
Ein neuer Sampler ist ebenfalls im Programmenthalten. Intakt, speziell für das Abspielen, Modifizieren und Verändern des Tempos von Loops entwickelt, ist ab Ende des ersten Quartals für 200 Euro im Handel. Alle professionellen Bibliotheken soll das Programm problemlos importieren , eine umfangreiche Sammlung von Loops von Zero-G und East-West gehören zum Lieferpaket. Speziell für das unkomplizierte Laden, Spielen und Transformieren von allen gängigen Sample-Bibliotheken dient das neue Programm Kompakt. Es enthält eine umfangreiche Instrumenten-Bibliothek und soll nahezu jedes Sample-Library-Format importieren. Kompact basiert auf der Sample-Engine von Kontakt und bietet eine Library authentischer Pianos, Bässe, Loops, Drums, Gitarren, Streicher von East West und Zero-G. Kompact ist ab Ende des ersten Quartals 2003 für 200 Euro zu haben.

Ein weiteres neues Programm ist Reaktor Session. Basierend auf der Engine von Reaktor 4 stellt es Synthesizer, Resynthesizer, Sampler, Drum-Machines, Step-Sequenzern, Loop-Playern und ein breites Spektrum an Effekten zur Verfügung. VST 2.0, Audio Units, und DXi werden unterstützt, Als Stand-Alone-Anwendung läuft es unter ASIO, Core Audio und MAS. Für 250 Euro kommt es in den Handel, Dynamo-Besitzer bekommen ein günstiges Updateangebot.
Eine Neuvorstellung ist auch Reaktor 4, das modulare Sound Studio von NI. Es soll neue Oszillatoren besser und brillanter klingen, eine Auswahl Filter-Makros bilden die Grundlage für eine Serie Synthesizer und Sampler. Neu ist auch das Grain Cloud Delay, das granulare Effekte wie Einfrieren und Streuung in Echtzeit ermöglicht. Einfachere Bedienung soll die neue Version ebenfalls ermöglichen, so können Instrumente, Makros, Module und Samples können aus einem komfortablen integrierten Browser per Drag-and-Drop importiert werden. Weitere Neuerungen sind eine vollständig überarbeitete Oberfläche und eine verbesserte Unterstützung von VST-Plug-ins. Neben VST 2.0 werden auch Audio Units und DXi unterstützt. Ab dem ersten Quartal ist Reaktor für 500 Euro zu haben.

BIAS


Die Audiosoftwarefirma Bias konnte auf der Messe melden, dass jetzt seine ganze Softwarelinie kompatibel mit Mac-OS X ist. Neben der Workstation-Software BIAS Deck 3.5 und Peak 3.2 gehören dazu auch die Programme SoundSoap 1.0, Vbox 1.2, and SuperFreq 1.1.

Digidesign


Bereits während der Macworld San Fancisco konnte man einen ersten Blick auf das neue Pro Tools 6 für Mac-OS X werfen, das dort seine Premiere erlebte. Die neue Version bietet eine neue Oberfläche, ein vereinfachtes Dateimanagement (mit dem Utility Digi Base) und überbeitete MIDI-Tools. Neu unterstützt werden neben MIDI Time Stamping (MTS) auch die Core MIDI Services des Mac-OS X. Neu ist unter anderem die Funktion Restore Performance, die nicht-destruktives Arbeiten ermöglicht.
Die Version LE haben die Entwickler um das Werkzeug Time Compression/Expansion (TC/E) und die automatische und manuelle Deaktivierung von Tracks erweitert, sie bietet jetzt auch den Command Focus Mode. Ab Februar ist Pro Tools in den Versionen TDM, LE im Handel und wird später auch als kostenlose Version erhältlich sein. Unterstützung von Windows XP und Mac-OS X-Kompatibilität mit AVoption|XL, Unity und MediaManager folgen Mitte 2003. sw

0 Kommentare zu diesem Artikel
895274