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My.Mp3.com geht wieder online

05.12.2000 | 00:00 Uhr |

Der Musik-Dienstleister MP3.com lässt sein
umstrittenes Internet-Angebot My.MP3.com wieder aufleben. Nach der
verlorenen Schlacht um Urheberrechtslizenzen mit den weltgrößten
Plattenfirmen werde der Internet-Service allerdings kostenpflichtig
sein, teilte das Unternehmen aus San Diego in Kalifornien am Dienstag
mit.

MP3.com muss nach ausgehandelten Vergleichen mit den weltgrößten
Musik-Konzernen, darunter Universal, Bertelsmann, Sony, EMI und
Warner Music, insgesamt rund 170 Millionen Dollar für
Urheberrechtsverletzungen zahlen. Im Gegenzug hatte die
Internetmusikfirma Lizenzen ausgehandelt.

MP3.com bietet registrierten Kunden auf dem neuen My.MP3.com-
Dienst künftig nur noch CD-Titel oder Songs an, für die es Lizenzen
von den Musikfirmen besitzt, sagte das Unternehmen. Zum Abhören eines
der rund 750 000 Songs muss der Nutzer nachweisen, dass er im Besitz
der entsprechenden CD ist. Songs etwa der Musik-Gruppen Back Street
Boys und 'N Sync werden nicht darunter sein. Deren Label, Zomba
Records, befindet sich derzeit noch im Rechtsstreit mit MP3.com.

Ein limitierter kostenloser Basisdienst soll künftig das Speichern
von 25 eigenen CDs unter der Adresse von My.MP3.com erlauben. Die
Titel können von einem Personal Computer oder jedem anderen Gerät mit
Internetzugang abgehört werden. Der kostenlose Dienst soll allerdings
mit Werbeeinblendungen finanziert werden. Wehr mehr CDs speichern
will, muss eine Gebühr von jährlich 49,95 Dollar (110 DM/56,17 Euro)
zahlen. Nach einem Bericht der «New York Times» vom Dienstag will
MP3.com auch mit der Vermarktung von Informationen über
Musikrichtungen ihrer Kunden Geld verdienen.

«Wichtig ist, dass Musik-Fans jetzt ihre CD-Sammlungen leichter
speichern, managen und spielen können», erklärte MP3.com-Chef Michael
Robertson. Die Unterhaltungsbranche wartet unterdessen gespannt
darauf, ob MP3.com tatsächlich Millionen zahlende Kunden für seinen
neuen Service gewinnen kann, die bisher kostenlos Zugang zu ihren
eigenen CDs über das Internet hatten.
dpa

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