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My TV

18.12.2002 | 12:54 Uhr |

Als Zweitfernseher ist der USB-TV-Tuner eine interessante Alternative.

Fernsehempfang auf dem Mac soll der My TV-Tuner von Eskape Labs ermöglichen. Das nicht mehr ganz neue Gerät liefert der Hersteller ab sofort auch mit Software für Mac-OS X 10.2 aus.
Das von Antenne, DVD-Player oder Kabel empfangene Fernsehbild wandelt ein Encoderchip in komprimiertes Video um und überträgt das Bild per USB an den Mac. Um den Ton zu übertragen, benötigt man jedoch einen Mac mit Audio-in (Mikrofonanschluss) oder Aktivlautsprecher. Eskape Labs empfiehlt deshalb Mac-Besitzern ohne Audioeingang den zusätzlichen Erwerb eines Audio-Konverters wie den iMic von Griffin. Der Ton wird nicht über den USB-Bus übertragen, ohne Audio-In können Aktivlautsprecher benutzt werden - bei Aufnahmen fehlt dann natürlich der Ton. Die Bildqualität des Fernsehbildes reicht mit 384 x 288 Pixeln für ein gutes Bild im kleinen Fenster, bei Vollbilddarstellung ist es jedoch unscharf. Auch bei der Bildschirmauflösung von 640 x 480, die das Bild verbessert, wirkt die Vollbilddarstellung unscharf. Im kleinen Fenster stellt uns die Schärfe jedoch zufrieden, auch Sportübertragungen sind problemlos zu genießen.

Als Testgeräte benutzen wir einen iMac mit 400 MHz und einen G4 Dual 800 unter Mac-OS X 10.2.
Im Gegensatz zu dem kleineren Gerät My TV to Go von der gleichen Firma kann das Gerät die Bilder in voller Framerate von 25 Bildern pro Sekunde übertragen. Dadurch wird das Gerät auch für Fernsehaufnahmen oder die Digitalisierung von alten VHS-Bändern interessant. Sowohl Fernsehsendungen als auch VHS- oder DVD-Player dienen dabei als Videoquelle. Unter Mac-OS 9 und Mac-OS X sind die Fernsehempfangs- und die Bildqualität nahezu identisch, die Mac-OS X-Version der Bediensoftware ist aber sehr spartanisch. Direktwahl von Programmen etwa ist nicht möglich. Zudem vergaß unser Testgerät öfter seine Voreinstellungen und verlangte nach einem Programmstart neue Einstellungen. Sendungen nimmt das Gerät im speicherintensiven Format MJPEG A auf, das nur die Einzelbilder selbst komprimiert, dafür aber ein gutes Bild liefert. Für zehn Minuten Film müssen deshalb etwa 400 MB Festplattenspeicher eingeplant werden, während der Aufnahme wird das Fernsehbild mit etwa fünf Bildern pro Sekunde übertragen, nach dem Stopp Aufnahme benötigt das Programm längere Zeit um die Datei zu sichern. Ist man mit der festen Auflösung von 384 x 288 Pixeln zufrieden, erhält man einen Quicktimetauglichen Film mit gutem Bild. Für Vollbilddarstellung reicht die Auflösung jedoch nicht aus und für das flüssige Abspielen eines solchen Films von CD ist die Datenrate zu hoch. Auch für die Weiterverarbeitung als Video-CD ist die Bildqualität nicht ausreichend. Die Qualität einer mit dem Toast-Plug-in erzeugten Video-CD liegt unter der Bildqualität eines durchschnittlichen VHS-Bandes. Auch die Tonqualität enttäuscht, zusätzlich stören einzelne Tonaussetzer. Bei niedrigen Qualitätsanforderungen können zwar problemlos VHS-Bänder oder DVDs digitalisiert werden, für das Überspielen ganzer Spielfilme ist die Bildqualitä jedoch unserer Ansicht nach zu schlecht.
Als Videobearbeitungssoftware lag unserem Tuner die wenig bekannte Filmschnittsoftware Movie Works bei, die eine gute Auswahl an Filmbearbeitungsfunktionen bietet. Das Programm funktioniert allerdings nur unter Mac-OS 9 oder der Classic-Umgebung.

Fazit


Als Zweitfernseher ist My TV auch unter Mac-OS X eine interessante Alternative, für den Spielfilmabend ist aber jeder Billigfernseher besser geeignet.
Stephan Wiesend

Lieferumfang:

USB-Kabel, Audiokabel, S-Video zu Composite-Adapter

Größe:

15,9 x 16,5 x 3,2 cm (B/H/T)

Gewicht:

283 Gramm

Systemanforderungen:

G3 mit 350 MHz, Mac-OS 9.1 oder Mac-OS X 10.1, 64 MB RAM

Info:

www.comlinehq.com

Technische Angaben

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