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NASA-Studie: Mars glich einst der Erde

06.11.2015 | 12:43 Uhr |

Die Erforschung des Weltalls war schon immer ein Ziel des Menschen. Die Vorstellung, dass dort draußen noch weiteres Leben existiert, ist fazinierend und beängstigend zu gleich. Jetzt zeigt eine Studie der NASA, dass das Leben im All gar nicht so abwegig ist, wie vielleicht einst gedacht.

Die Raumsonde Maven der US-amerikanischen Raumfahrtbehörde NASA hat nun neue Daten senden können, aus denen sich erklären lässt, weshalb sich der Mars von einem recht feuchten und warmen Planeten zu einer roten Wüstenwelt entwickelte. Seit gut einem Jahr kreist die Sonde um den Mars, wobei sie sich regelmäßig auf circa 130 Kilometer annähert. Laut Focus kann die Sonde dabei wichtige Daten über die Temperatur, die chemische Zusammensetzung der Atmosphäre und auch über die Stärke des Magnetfeldes aufzeichnen. Aus den gewonnenen Daten konnten die NASA-Forscher auf der Erde ermitteln, dass die Atmosphäre des Mars zu großen Teilen aus Kohlendioxid, Stickstoffdioxid und dem Spurengas Argon besteht. Zudem sei die Konzentration des Sauerstoffs höher als erwartet.
 
Vor etwa 4,5 Milliarden Jahren soll der Mars sogar der Erde geähnelt haben. Geologen gehen davon aus, dass vor rund 3,5 Milliarden Jahren ein Ozean schätzungsweise ein Drittel der Mars-Nordhalbkugel bedeckte. Angeblich sollen sich sogar immer noch Wasserreste unterhalb der Marsoberfläche befinden, auch wenn diese von aßen betrachtet einem staubigen Wüstenplaneten gleicht. Der NASA-Wissenschaftsdirektor John Grunsfeld bestätigt diesen Verdacht: "Der Mars scheint eine dichte Atmosphäre gehabt zu haben, die warm genug war, um Wasser flüssig zu halten. Damit waren die Voraussetzungen für Leben, wie wir es kennen, gegeben. Jetzt wollen wir verstehen, was mit der Lufthülle des Mars geschah.“
 
Die Wissenschaftler glauben auch bereits zu wissen, aus welchen Gründen die Mars-Atmosphäre zerstört wurde. Die frühere Vermutung, dass der Sonnenwind für die Ausdünnung der Atmosphäre verantwortlich sei, wird durch weitere Daten der Maven-Sonde bekräftigt. Demnach kam es zu Wechselwirkungen zwischen der Atmosphäre und einem Strom elektrisch geladener Teilchen, den Ionen. Diese sollen von der Sonne mit einer Geschwindigkeit von schätzungsweise 1,6 Milliarden Kilometern pro Stunde abströmen. Mit einer Rate von circa 100 Gramm pro Sekunde wurde dadurch die Atmosphäre nach und nach ins All getragen. „Wie beim täglichen Diebstahl einiger Münzen aus einer großen Kasse wird der Verlust erst über längere Zeiträume bedeutsam“, erklärt Maven-Chefwissenschaftler Bruce Jakosky. Dadurch sei es zu drastischen Klimaveränderungen auf dem Mars gekommen, so dass dieser sich von einem erdähnlichen Planeten in einen roten Wüstenplaneten verwandelte.

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