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NBC Universal hält iTunes für Werkzeug der Raubkopierer

18.04.2008 | 14:08 Uhr |

NBC Universal ging es nicht nur um die Preisstruktur im iTunes Store, als das Unternehmen im letzten Herbst alle Fernsehsendungen aus Apples US-amerikanischer Online-Videothek entfernte.

Unzufrieden war das drittgrößte Medienunternehmen der Welt auch mit der iTunes-Software selbst: Über iTunes, so argumentiert eine Führungskraft des Unternehmens, verwalten Raubkopierer nicht nur ihre ganze Diebesbeute, sondern kopieren sie auch auf ihre tragbaren Geräte.

George Kliavkoff, Chief Digital Officer bei NBC Universal, vermied es auf der Ad:Tech-Konferenz in San Francisco bewusst, den Namen "Apple" zu nennen. Dennoch war klar, schreibt Cnet , von welchem Unternehmen er redete: "Schauen Sie sich Studien über MP3-Player an, vor allem über führende MP3-Player, und wie groß darauf der Anteil an geklauten Inhalten ist. Und denken Sie mal darüber nach, wie diese Inhalte auf dieses Geräte gelangen. Sie nehmen ihren Weg über ein Stück Software, das den Zugang regelt - und genau das wäre der Ort, an dem man ein paar Maßnahmen gegen Raubkopien einbauen könnte." Mit einem Kopierschutz (DRM) oder digitalem Fingerabdruck versieht Apple ausschließlich Medien, die Anwender im iTunes Store erstehen. Wer die iTunes-Software verwendet, kann auch CDs einlesen und Audiodateien in iTunes verwalten, die er illegal übers Internet heruntergeladen oder auf anderem Wege erhalten hat. Jeden Tag erleide NBC Universal durch Raubkopien Verluste, beklagt sich Kliavkoff und verlangt den Raubkopierschutz direkt in der Musikverwaltung - Apple aber will diesem Wunsch bislang nicht entgegen kommen. Über 1.500 Stunden Fernsehserien bot NBC Universal bis Dezember 2007 über den iTunes Store an ( wir berichteten ). Der Anteil am Umsatz, den Apple insgesamt mit solchen Serien erzielte, lag bei rund 30 Prozent. Nach gescheiterten Verhandlungen mit dem Betreiber des iTunes Store hat das Medienunternehmen alle TV-Shows aus dem iTunes Store entfernt, damals nahm man als Grund Meinungsdifferenzen über die Preisstruktur an: Apple gibt wie für den Kauf von Musikalben, -titeln und von Filmen auch für den Verkauf von Fernsehsendungen feste Preise vor, die nicht die Filmstudios bestimmen dürfen. Kliavkoff hofft nun auf ein Einlenken Apples: "Wir würde allzu gerne einen Weg finden, unsere Inhalte auf iTunes anzubieten." Dort finden sich seit Anfang des Jahres bereits Filme der Universal Studios zum Ausleihen - über die iTunes-Software und mit der Möglichkeit, sie auch auf dem iPod anzusehen. Die Universal Studios gehören NBC Universal.

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