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NSA verbaut Mini-Sender in 100.000 PCs

16.01.2014 | 07:30 Uhr |

Über geheime Mini-Sender kann die NSA gestohlene Daten über Radiowellen übertragen. Auch der Name dieses Programms erinnert stark an einen Agenten-Film: Quantum.

Die NSA hat offenbar 100.000 Rechner mit einer speziellen Software infiziert, welche sogar dann Daten sammelt und diese an die NSA überträgt, wenn der PC gar nicht im Internet ist. Es soll sich dabei um eine geheime Technologie handeln, die schon seit 2008 von der NSA eingesetzt werden soll. Sie übertragt die gesammelten Daten über Radiowellen mehrere Kilometer weit, berichtet die New York Times. Der Codename der Aktion laute "Quantum".

Natürlich kann eine Software alleine keine Radiowellen übertragen - diesen Part übernehmen angeblich sehr kleine Platinen oder USB-Karten, die heimlich im PC verbaut worden waren. Die NSA muss also wenigstens einmal physischen Zugang zu den 100.000 Rechnern gehabt haben. Das muss nicht unbedingt ein Spion sein, der in das Haus des PC-Besitzers einbricht. Denkbar wäre auch, dass der PC-Hersteller die NSA-Hardware bereits einbaut - ob wissentlich oder nicht, steht wieder auf einem anderen Blatt. Die New York Times spricht auch von einer weiteren Variante: Ahnungslose Nutzern schließen die NSA-Sender ohne es zu wissen selbst an. Beispielsweise könnte die NSA den Sender in ein USB-Kabel eingebaut haben, welches dann dem Nutzer zugespielt wird.

Die NSA nennt das Vorgehen "aktive Verteidigung" gegen ausländische Cyber-Attacken. Es sei außerdem nicht mit den umfangreicheren Aktivitäten aus China zu vergleichen, rechtfertigt sich die Behörde. Zu "Quantum" wollte man sich nicht näher äußern. Man verspreche aber, dass man keine Firmengeheimnisse ausspähe und nur ausländische Ziele im Visier habe.

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