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NZZ: Apple Watch überholt Rolex & Co.

25.07.2016 | 11:50 Uhr |

Schweizer Uhrenexporte sind im Sinkflug begriffen – nicht zuletzt durch den Erfolg von Apples Smartwatch. Dieser hatte jedoch zuletzt einen Dämpfer erlitten.

Noch stärker als im Krisenjahr 2009 sind die Exportzahlen der Schweizer Uhrenindustrie im vergangenen Jahr 2015 abgefallen. Dies berichtet die Neue Zürcher Zeitung . Zuletzt, von Mai 2015 bis Juni 2016, nahm der Schweizer Uhrenexport demnach um bis zu zehn Prozent ab. Das hat laut NZZ unterschiedliche Gründe. So habe China aus politischen Gründen Einkäufe im Ausland gebremst, um den Inlandskonsum zu stärken. Dies erreichte man unter anderem mit Importsteuern. Insbesondere auf Luxusuhren wurden die Steuern drastisch erhöht, sie liegen jetzt bei 60 statt vorher 30 Prozent des Kaufpreises.

Smartwatch-Trend nicht erkannt

Dazu kommen verstärkte Kontrollen und eine Abschreckungskampagne über soziale Medien. 
Einen anderen wesentlichen Grund für diesen eklatanten Exportrückgang sieht die Schweizer Tageszeitung darin, dass die heimische Uhrenindustrie die neue Konkurrenz durch Smartwatches völlig unterschätzt habe. Dies gilt speziell für die Apple Watch, die im Eiltempo zum größten Uhrenproduzenten der Welt avancierte. Die Rolex mit dem bisher höchsten Umsatz der Schweizer Uhren hat vermutlich im vergangenen Jahr noch knapp vor Apple gelegen – genaue Umsatzzahlen geben die Unternehmen jeweils nicht bekannt. Doch geschätzt lag die Traditionsmarke Rolex bei 4,9 Milliarden Schweizer Franken Umsatz, Apple mit seiner Smartwatch schon bei 4,5 Milliarden Schweizer Franken. Abgeschlagen folgt Omega mit etwas über zwei Milliarden Schweizer Franken Umsatz. Angesichts des weiteren Umsatzrückgangs der Schweizer Uhren ist zu vermuten, dass die Apple Watch auch Rolex inzwischen eingeholt hat.

Die NZZ führt als weiteren Beleg für die These der Konkurrenz durch Smartwatches an, dass auch in den USA ein vergleichbarer Exportrückgang von bisher zehn Prozent gegenüber dem Vorjahr zu konstatieren ist. 
Insbesondere für die Schweiz stellt sich laut der Zeitung die Frage, ob die dortige Industrie den Smartwatch-Trend unterschätzt und verschlafen habe. Lediglich das Schweizer Uhrenunternehmen TAG Heuer als LVMH-Tochter bietet bisher vollwertige Smartwatches an und verzeichnet damit ein voraussichtliches Umsatzplus von zehn Prozent.

Schweizer Uhrenindustrie leidet unter Apple Watch

Warten auf die Apple Watch 2

Doch auch für die Apple Watch und andere ”smarte” Uhren geht es nicht mehr nur bergauf. So habe Apple laut einer Meldung unseres Schwestermagazins Macworld im zweiten Kalenderquartal 2016 deutlich weniger Apple Watches verkauft als noch vor einem Jahr. Dieser Bericht beruht auf Erhebungen der Marktforscher von IDC. Den Schätzungen zufolge hat Apple im Juni-Quartal nur noch 1,6 Millionen seiner Apple Watches losschlagen können – im Jahr zuvor sollen es noch 3,6 Millionen gewesen sein. Der Markt für Smartwatches insgesamt soll um 32 Prozent von 5,1 Millionen auf 3,5 Millionen Stück eingebrochen sein.

Abzuwarten bleibt, ob die für den Herbst erwartete zweite Generation der Apple Watch die Verkaufskurve wieder nach oben drehen kann, wenn sie, wie vermutet, dann auch unabhängig vom verbundenen iPhone einsetzbar ist.
 Apple veröffentlicht in der Nacht zum Mittwoch die Bilanz für sein drittes Quartal (April bis Juni), aller Voraussicht nach wieder ohne konkrete Verkaufszahlen für die Apple Watch.

Apple Watch 2: Das erwarten wir

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