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Nach Preiserhöhung: Netflix wächst langsamer

20.07.2016 | 13:21 Uhr |

Statt 2,5 Millionen lediglich 1,7 Millionen Neukunden – Netflix in den USA bleibt deutlich hinter den Erwartungen zurück.

Die Bekanntgabe der aktuellen Quartalszahlen bringt den Kurs der Netflix-Aktie zu einem deutlichen Einbruch in den USA – um 15 Prozent niedriger notierte dieser am Dienstagabend in New York, nachdem bekannt wurde, dass der Zuwachs an Neukunden spürbar hinter den erhofften 2,5 Millionen Einsteigern in den Streaming-Dienst zurückblieb. Nur 1,7 Millionen neue Nutzer schlossen ein Abo in den USA ab, im Vergleichsquartal des Vorjahres waren es noch 3,3 Millionen neue Abonnenten. Dies berichtet unter anderem ZDNet .

Als Ursache dafür gibt der Netflix-Gründer und Vorstandsvorsitzende Reed Hastings die Erhöhung der monatlichen Abogebühr um zwei US-Dollar an. "Die Leute mögen keine Preiserhöhungen", meinte er in einer Telefonkonferenz mit Analysten. Man möchte aber mit dem erhöhten Umsatz weiter eigene Serien produzieren respektive in bessere Inhalte investieren. Reed Hastings sieht den Rückgang als ein nur "kurzfristiges Phänomen". Immerhin konnte der CEO für das erste Halbjahr 2016 Einnahmen von 4 Milliarden US-Dollar sowie einen operativen Gewinn von 120 Million US-Dollar und einen Nettogewinn von 68 Millionen US-Dollar für sein Unternehmen verbuchen. Insgesamt legte der Nettogewinn gegenüber dem Vorjahr sogar deutlich zu.

Netflix-Highlights im Juni

Netflix hat in den USA 46 Millionen zahlende Kunden. Die 34 Millionen internationale Nutzer tragen laut ZDNet wenig zum Gewinn bei, zumal hier die Marge deutlich geringer ist als im Herkunftsland des Streaming-Dienstes. Zwar hätten sich die internationalen Einnahmen im Jahresvergleich um 67 Prozent erhöht, dennoch rechnet Netflix hier auch im dritten Quartal 2017 immer noch mit voraussichtlich 95 Millionen US-Dollar Verlust. Man möchte aber dennoch weiter in internationale Märkte investieren und hofft auf die Dauer auf einen Gewinn auch außerhalb der USA. Gerade im amerikanischen Ausland sind die stärksten Wachstumsmärkte für den Streaming-Dienst.

Netflix setzt ähnlich wie Amazon Prime neben dem Aufkauf von bereits fertigen Serien auf eigenproduzierte Filme und Serien. Netflix bietet den Vorteil, dass man dort praktisch jeden auf Englisch gedrehten Film auch im Original hören und beispielsweise mit deutschen Untertiteln betrachten kann. In Deutschland erhält man ein Basis-Abonnement bei Netflix für acht Euro, möchte man mehr als ein Gerät nutzen und HD verfügbar haben, zahlt man als Neukunde bereits zehn Euro. Die Premium-Variante gibt es für zwölf Euro – dafür darf man gleichzeitig vier Geräte vom PC bis zum Tablet einsetzen und bei Verfügbarkeit in Ultra-HD streamen.

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