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Nach drei Jahren: Neue AOL-Software vorgestellt

09.06.2000 | 00:00 Uhr |

Nachdem die Mac-Anwender drei Jahre auf eine neue Version der Mac-Zugangssoftware für den zweitgrößten deutschen Online-Dienst AOL warten mußten, erscheint Ende Juli der AOL-Client 5.0.

Die Windows-Kundschaft, der AOL zwischendurch noch ein Update auf 4.0 zur Verfügung gestellt hatte, arbeitet bereits seit Ende vergangenen Jahres mit der neuen Software.

Wenngleich sich die Programme für beide Plattformen optisch gleichen, hat die Windows-Welt bei AOL weiter einen Vorsprung gegenüber der Mac-Anwenderschaft. So kann sich ein PC mit Modem oder ISDN über PPP in AOL einwählen, während der Mac das proprietäre AOL-Protokoll verwenden muss. Und der Win-Client kommt mit Internet Explorer 5 als integriertem Browser, während die Mac-Fassung nur einen 4.0-Browser aufbieten kann.

Immerhin erkennt AOL 5.0 mehr Modems und ISDN-Karten, so dass die Anmeldung für Besitzer aktueller Rechner einfacher und mit höherer Verbindungsgeschwindigkeit vonstatten gehen dürfte.

Auch die Benutzeroberfläche wurde auf den neuesten Stand gebracht. Ähnlich der Adressleiste eines Browsers hat AOL ein zentrales Eingabefeld für URLs und AOL-Kennwörter. In der Navigationsleiste ist Raum für individuelle Internet- und AOL-Bookmarks, die man per Drag & Drop dort ablegt.

In Sachen Content hat AOL drei neue Rubriken spendiert: Wissen, Lokales und Leute. Erweitert zeigt sich der Dienst auch hinsichtlich der Kommunikationsmöglichkeiten: Man kann SMS-Nachrichten an Handys verschicken, hat eine Fax- und Voicemail-Funktion sowie neue Formatierungs- und Verwaltungsmöglichkeiten bei E-Mails. So hält der Server gelöschte Mails noch 24 Stunden lang bereit, falls man die Löschung rückgängig machen möchte.

Für Großfamilien und Chat-Begeisterte: AOL bietet mit 5.0 bis zu sieben Screen-Namen, die jetzt statt zehn 16 Zeichen lang sein dürfen. Allen Screen-Namen kann man Rechte zuweisen, beispielsweise, ob sie auf das Internet zugreifen und von welchem Account oder welcher Domain sie E-Mail erhalten dürfen. Die Screen-Namen kann man jetzt online wechseln.

AOL will in Sachen Mac am Ball bleiben. Wie Sprecherin Monika John gegenüber Macwelt erklärte, soll nach Erscheinen von Mac-OS X eine Carbon-Version des AOL-Clients erscheinen. Auch eine Homebanking-Software sei bereits in Arbeit. Für beide Programme stehe allerdings noch kein Erscheinungstermin fest.

AOL empfiehlt für den Client einen Mac unter Mac-OS 8.1 und neuer sowie einen G3-Prozessor und 64 MB RAM. Mindestvoraussetzung sind ein Power-PC-Prozessor und 32 MB RAM. Das Programm belegt 30 MB auf der Festplatte. Die Nutzung von AOL kostet gegenwärtig 9,90 Mark Nutzungsgebühr im Monat sowie 3,9 Pfennige pro Minute Telefongebühren und 6 Pfennige pro Verbindungsaufbau.

Einen ausführlichen Test der Software liefern wir nach.

Lars Felber

Info: AOL, Internet: www.aol.de

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