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Breitband-Geschäft boomt trotz Wirtschaftskrise

02.06.2009 | 15:56 Uhr |

Das Geschäft mit schnellen Internetanschlüssen ist für die Anbieter trotz Rezession im ersten Quartal dieses Jahres positiv verlaufen.

Laut einer aktuellen Erhebung der Unternehmensberatung Solon wuchs der Markt in den ersten drei Monaten 2009 allein in Deutschland um 778.000 neue Kunden. Solon-Geschäftsführer Jens Waltermann zeigt sich gegenüber pressetext zuversichtlich, dass das Wachstum auch im Verlauf des Gesamtjahres der Rezession trotzen und der "Markt eine Art Endspurt um Kunden und Marktanteile" einlegen wird. Diese Prognose baut darauf, dass das Wachstum vor allem auf die eigenen Netze der Anbieter zurückzuführen ist. Dies bezieht sich auf die Deutsche Telekom , Vodafone und die restlichen großen Betreiber der Fernsehkabelnetze.

Branchenerhebungen ergaben, dass sich etwa jeder dritte Haushalt gegenwärtig für ein Internetangebot eines der drei Kabelanbieter Kabel Deutschland, Kabel-Baden-Württemberg oder Unitymedia entscheidet. Weil der Anteil des Kabels gemessen an sämtlichen Breitbandanschlüssen in der Bundesrepublik gerade einmal bei rund acht Prozent liegt, wollen Kabelnetzanbieter trotz der aktuellen Wirtschafts- und Finanzkrise aufrüsten und so ihre Marktposition weiter ausbauen.

Experten sehen darin eine Notwendigkeit, um sich bereits heute schon auf die nächsten Jahre vorzubereiten. "Der Infrastrukturwettbewerb zwischen Kabel und DSL steht noch am Anfang - Deutschland hat im Vergleich zu anderen Industrienationen noch sehr viel aufzuholen", lässt sich Thomas Braun, Präsident des Verbands Deutscher Kabelnetzbetreiber in einem Bericht der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" zitieren. Die Vorhaben für die Anbieter sind ambitioniert. Mehr als 700 Millionen Euro wollen die Kabelnetzanbieter in den nächsten sechs Monaten in die Aufrüstung der Netze investieren. Ziel ist es, noch mehr Haushalten neben TV und schnellem Internet sowie Telefon auch Mobilfunk aus einer Hand anbieten zu können.

In Hinblick auf die Gewinnung von Neukunden ist die Lage trotz des Booms für die DSL-Anbieter schwierig. Während die Deutsche Telekom, Vodafone und die Kabelnetzbetreiber das Wachstum fast allein unter sich aufteilen, kommen alle anderen Unternehmen kaum voran - für Waltermann eine alles entscheidende Kostenfrage. "Für alternative DSL-Anbieter ist die Kundengewinnung so teuer und die Kosten der von der Telekom kontrollierten letzten Meile im Verhältnis zum Umsatz je Kunde so hoch, dass sich viele Anbieter aus dem Rennen um Neukunden weitgehend zurückgezogen haben", so der Insider im pressetext-Gespräch. United Internet konnte aus eigener Kraft keine DSL-Kunden neu gewinnen. Nach der Übernahme der DSL-Sparte von freenet rechnet United-Internet-Chef Ralph Dommermuth bis Jahresende mit hohen Neukundenzuwächsen. (pte)

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