915726

Napster ist zurück - iTunes für Windows kommt

10.10.2003 | 16:06 Uhr |

Zwei konkurrierende Musik-Download-Dienste für Windows kommen im Oktober auf den Markt. Während Napster auf seinen weltweiten Bekanntheitsgrad baut, geht Apple daran mit einer Windows-Version des iTMS an sein Erfolgskonzept anzuknüpfen.

Die unter Internetnutzern schon legendäre Onlinetauschbörse Napster geht am 29. Oktober in den USA als kostenpflichtiger Dienst wieder an den Start und konkurriert dann mit Apples iTunes Music Store, für den noch in diesem Monat eine Windows-Version erscheinen soll.

Wie unsere US-Schwestersite Maccentral berichtet, hat Apple am 16. Oktober zu einer Veranstaltung eingeladen, auf der Apple aller Voraussicht nach die Verfügbarkeit der Windows-Variante von iTunes bekannt geben wird.

Napster sieht der neue Eigentümer Roxio als die weltweit bekannteste Marke aus dem Bereich Online-Musik an. Napster 2.0, das mit der ehemaligen Tauschbörse jedoch nur den Namen gemeinsam hat, bietet nun den legalen Download von einzelnen Songs für 99 Cents pro Titel oder individuell zusammengestellten CDs für 9,95 Dollar an. Mit einem Angebot von 500.000 Songs ist Napster dabei wesentlich größer als Apples iTunes-Store mit 200.000 Titeln.

Napster-Betreiber Roxio hat Distributionsabkommen mit den fünf größten Musik-Unternehmen in den USA geschlossen, die Namensrechte hat der Toast-Hersteller von der ursprünglich illegalen Tauschbörse für fünf Millionen Dollar erworben.

PC-Anwender haben nun die Möglichkeit, über eine Suchfunktion einzelne Musikstücke zusammenstellen und auf tragbare Endgeräte zu laden oder auf CD zu brennen. Da der Musik-Dienst auf dem Digital Rights Management von Windows basiert und mit dem Windows Media Player 9 zusammen arbeitet, ist Napster 2.0 nicht für Macintosh-Anwender nutzbar.

Über einen Abo-Service können Musik-Fans sich für 9,95 Dollar pro Monat unbegrenzt Musik aus dem Internet herunterladen und haben Zugang zu 40 werbefreien Internet-Radiosendern.

Napster ist zudem in den USA eine Reihe von Partnerschaften eingegangen, so will unter anderem Microsoft den Dienst in seine Windows XP Media Center Edition 2004 integrieren. Das modifizierte Betriebssystem erweitert den PC mit einer Vielzahl von Kommunikationsmöglichkeiten unter der Einbindung von Foto, Video, Audio und Fernseh- und Radiodiensten. Dadurch können Napster-Anwender mittels Fernbedienung von der Wohnzimmercouch aus den Musik-Shop im Internet benutzen.

Auch der PC-Hersteller Gateway ist Partner von Napster und liefert ab Ende des Jahres seine Geräte mit dem vorinstallierten Napster-Dienst aus, 150 kostenlose Titel einbegriffen.

Kommentar:

Mit Napster entsteht ein Musik-Dienst im Internet, der durch den Bekanntheitsgrad seines Namens und weit reichende Partnerschaften eine Ernst zu nehmende Konkurrenz für Apples iTunes-Music-Store bedeutet. Mit einer Windows-Version von iTunes und einer intensiven Werbekampagne der gerade erneuerten iPods in den USA hat Apple aber gute Chancen den Vorsprung des so erfolgreichen iTunes-Konzepts auszubauen. Es bleibt abzuwarten, ob die ehemaligen Napster-User den neuen Bezahldienst akzeptieren oder ob es Apple gelingt, über die iPods und die nahtlose Einbindung von iTunes und Music-Store Windows-Benutzer zu gewinnen.

0 Kommentare zu diesem Artikel
915726