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Napster kämpft vor Gericht ums Überleben

04.10.2000 | 00:00 Uhr |


Die Musik-Tauschbörse Napster kämpft vor einem Gericht in San Francisco im Bundesstaat Kalifornien um ihr Überleben. Bei Prozessbeginn am Montag forderte der einflussreiche Verband der US-Musikindustrie, die sofortige Schließung der Webseite wegen Verletzung des Urheberrechts.

Napster-Anwalt David Boies bestritt in seiner 20-minütigen Erklärung, dass die Internetfirma die Urheberrechte systematisch verletzte. Er verglich die Napster-Technologie mit einem Videorekorder, mit dem man auch ohne Probleme mit dem Urheberrecht Aufnahmen für den persönlichen Gebrauch machen könne. Die Anwälte der Musikindustrie warfen Napster dagegen vor, die Webseite einzig und allein zum illegalen Austausch von Musikstücken geschaffen zu haben. Andere Firmen hätten im Wettbewerb keine Chance, solange Napster die Musikstücke verschenke.

In dem Streit hatte ein Gericht im Juli zunächst entschieden, dass Napster bis zur endgültigen Klärung seine Webseite schließen muss. Dies war kurz darauf von einem Berufungsgericht widerrufen worden. Nun muss das Bundesgericht über eine Schließung entscheiden. Ein Urteil wird nach Medienberichten erst in einigen Wochen erwartet.

Geklagt hat der einflussreiche Verband der US-Musikindustrie, in dem unter anderem Seagram, EMI und die Bertelsmann AG vertreten sind. Im Mittelpunkt des Streits steht eine Art Tauschprogramm, das sich jeder PC-Besitzer kostenlos aus dem Internet herunterladen kann. Damit hat er dann Zugriff auf hunderttausende Musiktitel im Netz, die er sich kostenlos kopieren und dann entweder auf dem Computer anhören oder auf eine CD überspielen kann. Die Zahl der Napster-Benutzer wird auf insgesamt 20 Millionen geschätzt. dpa

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