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Napster muss am Samstag schließen

27.07.2000 | 00:00 Uhr |

Per einstweiliger Verfügung zwingt ein Bezirksgericht in san Francisco die MP3-Tauschbörse zur Schließung. Ab Sonntag morgen wird Napster bis zu einem endgültigem Urteil offline sein.

Im Streit um das kostenlose Herunterladen
von Musiktiteln aus dem Internet hat die US-Musikindustrie am
Mittwochnachmittag (Ortszeit) einen Etappensieg errungen.

Ein Bezirksgericht in San Francisco ordnete die vorübergehende
Schließung der Internet-Seite des "Musikpiraten" Napster Inc. (San
Mateo, Kalifornien) an. Das meldete der TV-Sender CNN. Die zuständige
Richterin führte als Grund den Schutz von Urheberrechten an. Die
Entscheidung tritt in der Nacht zum Samstag (Ortszeit) in Kraft. Ein
abschließendes Urteil wird Ende des Jahres erwartet.

Durch den Zugriff auf die Napster-Website konnte sich bisher jeder
Computer-Besitzer ein Programm aus dem Internet herunterladen, mit
dem er Zugriff auf Hunderttausende von Musiktiteln hat. In den USA
ist das Programm vor allem bei jüngeren Computerfreaks sehr beliebt.
Die Zahl der Napster-Fans wird auf 20 Millionen geschätzt.

Das kleine Unternehmen aus dem Silicon Valley war im Dezember
vergangenen Jahres vom einflussreichen Verband der US-Musikindustrie
verklagt worden. In dem Verband sind unter anderem Seagram, EMI und
die Bertelsmann AG vertreten.

Auch die Filmbranche führt bereits ähnliche Auseinandersetzungen.
Ein Bezirksgericht in New York verhandelt derzeit die Klage von acht
großen Hollywood-Studios gegen den Hacker Eric Corley, der im
Internet eine Technik zum Kopieren digitaler Videos anbietet. Eine
Entscheidung wird frühestens im August erwartet.
dpa

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