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NASA von Malware-Hack angegriffen

03.02.2016 | 11:29 Uhr |

Mit Hilfe von Malware können sich Hacker Zugang zu Daten verschaffen, ohne dass die Opfer etwas davon mitbekommen. Per Mails, Apps oder Programme speisen die Hacker die Malware bei Privatpersonen ein und können dadurch erheblichen Schaden errichten. Nun ist auch die NASA von einem Malware-Angriff betroffen – rund 10.000 Maschinen sollen infiziert sein.

Mehr als 10.000 NASA-Maschinen sind momentan von einem Malware-Hack betroffen, was beweist, dass die US-Raumfahrtbehörde nicht die angeblich bestmögliche Cyber-Sicherheit bieten kann. Eine Sicherheitsfirma hatte bereits vor einem möglichen Angriff gewarnt.

Am vergangenen Montag berichtete IBTimes UK , dass AnonSec Hacker sich bereits seit mehreren Monaten in das interne NASA-Netzwerk unbemerkt einhacken konnten. Laut Mitarbeitern der Raumfahrtbehörde konnten die Hacker in Besitz von extrem vielen Daten kommen, darunter Flugdaten, Videos von Flugdrohnen und Wetterradaren. Auch wenn die NASA derartiges abstreitet, sollen die Hacker ebenfalls versucht haben, eine Global Hawk Drohne über dem pazifischen Ozean zum Absturz zu bringen.

„Die  Kontrolle über unsere Global Hawk Drohnen lag stets in unseren Händen. Der NASA liegen keine Beweise vor, dass durch den angeblich erfolgten Hackerangriff neben bereits veröffentlichten Daten auch neue Informationen verbreitet wurden. Die NASA nimmt Cybersicherheit sehr ernst und wird all diese Anschuldigungen auf den Grund gehen“, sagte ein NASA-Sprecher.

Nichtsdestotrotz zeigen mehr als 10.000 Maschinen innerhalb des NASA-Netzwerkes Anzeichen von Malware-Angriffen. Die Daten, welche von der Hackergruppe AnonSec ins Netz gestellt wurden, umfassen insgesamt eine Größe von rund 250GB. Aber selbst ohne die veröffentlichten Daten ist sich die führende US-Sicherheitsfirma SecurityScorecard sicher, dass AnonSec in einem Punkt Recht behält: Die Cybersicherheit der NASA ist verbesserungswürdig.

„Im letzten Jahr haben wir über 10.000 Malware Signaturen innerhalb des NASA Netzwerkes gefunden, was bedeutet, dass 10.000 Maschinen von der Malware infiltriert wurden und darüber nun an den Besitzer der Malware Daten weiterleiten können“, sagte Sam Kassoumeh, COO und Mitbegründer von SecurityScorecard. „Um Ihnen eine Größenordnung zu geben: Wenn man die gesamte Infrastruktur der Behörden der US-Regierung zusammen beobachtet, haben wir höchstens 760 Malware Signaturen pro Jahr feststellen können.“

Kassoumeh vermutet, dass das Eindringen der Hacker durchaus hätte bemerkt werden können. Das Problem sei demnach nicht der Mangel eines ausreichenden Sicherheitssystems, sondern vielmehr die Tatsache, dass bei einem einmaligen erfolgreichen Hack sich die Verantwortlichen sehr leicht Zugang zu verschiedenen Teilen des Netzwerkes verschaffen können. Die NASA setzt momentan jedoch alles daran, den Vorfall aufzuklären.

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