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Google macht NFC-Handys zur Geldbörse

27.05.2011 | 07:32 Uhr |

Google startet in den USA einen Feldversuch mit NFC-fähigen Handys als Zahlungsmittel.

Bank X 2.0, Logo, Abstract, Icon, Symbol
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Wer ein Smartphone besitzt, das sich auf Near Field Communication (NFC) versteht, der kann in ausgewählten Läden per Handy zahlen, das man einfach an einem Lesegerät vorbei zieht. Die Kreditinstitute und Provider Sprint, Mastercard, Citi und First Data beteiligen sich laut Google an den Versuchen in New York und San Francisco, bei denen 120.000 Shops von Anbietern wie Macy’s Bloomingdales, Subway und Walgreens die NFC-Zahlung akzeptieren.

Laut dem Analysten Nick Holland von der Yankee Group könnte das Expereiment aber scheitern, weil wesentliche Marktteilnehmer nicht partizipieren. So konnte Google mit den drei anderen großen Mobilfunkprovidern des Landes keine Übereinkunft erzielen, die auf andere Zahlungsmethoden per Handy setzen wollen. Auch die Konkurrenten im Mobilfunk Apple , Microsoft und RIM sind nicht in das Experiment eingebunden. "Die anderen Operatoren haben mit Isis ihr eigenes Ding, das klar in direktem Wettbewerb dazu steht", meint Holland. Jedoch ist das von AT&T, T-Mobile und Verizon ins Leben gerufene Isis-Projekt bisher nicht über einen Pilotenstatus in Salt Lake City hinausgekommen, räumt der Experte ein, und müsse nun rasch in die Puschen kommen. "Wenn sie sehen, dass [Google Wallet] abhebt, werden sie es schnell unterstützen," schätzt Avi Greengart von Current Analysis ein, der die Loyalitäten von Providern "nicht in Stein gemeißelt" sieht. Es stelle sich aber die Frage, mit welchem Modell Provider mehr verdienen könnten und ob "Sprint irgendeinen Umsatz daraus zieht". Google Wallet könne jedoch für Smartphonebesitzer das Sprint-Netzwerk attraktiv machen, schätzt Greengart.

Google Wallet sei zudem bisher nur für Android-Handys verfügbar und nicht für Modelle anderer Hersteller. Holland meint jedoch, Google werde das System auch Dritten öffnen, um erfolgreich zu sein, müsse Google Wallte den Cross-Plattform-Ansatz verfolgen. Das Angebot könne aber unter Umständen nicht genügen, denn die Konkurrenten sähen es wohl nicht gerne, wenn Google mitverdienen würde. Auch würden Anbieter wie Apple lieber selbst Daten der Nutzer sammeln, anstatt das Google zu überlassen. Denn mit dem Wissen über Transaktionen in der realen Welt, könnte laut Holland sein erfolgreiches Online-Modell übersetzen und von Werbung der Retailer und Hersteller, die ihre Güter über Google Wallet bezahlen lassen, erneut profitieren.

Mit Visa steht zudem ein großes Kreditinstitut gegen Gogole Wallet, Visa will ein eigenes mobiles Bezahlsystem aufbauen, das offener sein soll als das von Google und das bereits Banken wie die Bank of America, Chase, U.S. Bank und Wells Fargo unterstützen.

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