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Netscape Navigator wieder für Mac-OS X

08.06.2007 | 12:34 Uhr |

Totgesagte leben länger - der Kultbrowser der 90er Jahre steht in der inzwischen 9. Version als Beta zum Download bereit. Und in der neuen Version navigiert er im Web auch wieder unter der Flagge von Mac-OS X.

Der Netscape Navigator 9 basiert auf einem ähnlichen Code wie Firefox - so lassen sich beispielsweise die Plug-ins für Firefox auch mit dem neuen Navigator nutzen. Der Netscape Navigator ist jedoch dem aktuellen Firefox um einige Nasenlängen voraus. Zu den Features, die Firefox (noch) nicht beherrscht, der Navigator aber an Bord hat, gehört die URL-Korrektur. Sie verbessert automatisch Tippfehler bei der Eingabe von Webadressen. Wenn man macnewsde eingibt, ändert Navigator diese automatisch in macnews.de. Der Browser lässt sich jedoch auch so einstellen, dass er sich beim Nutzer erst eine Bestätigung für die Änderung der URL abholt. Eine praktische Neuerung ist auch das Link-Pad, das die Lesezeichen ergänzt. Im Link-Pad lassen sich wie auf einem Notizzettel Web-Adressen ablegen, die man später noch besuchen möchte. Beispielsweise für die Recherche zu einem neuen Thema ist dies nützlich. Erst wenn die Links als brauchbar eingestuft werden, fügt man sie zu den Bookmarks hinzu. So bleibt die Lesenzeichen-Liste besser überschaubar. Wer will, kann sich in einer neuen Sidebar News anzeigen lassen - das gilt jedoch leider nur für Nachrichten vom Netscape-Portal. In die Sidebar lassen sich auch Miniaturen von anderen Webseiten einbinden, wodurch man zwei Webseiten in einem Browserfenster betrachten kann. In Firefox oder Safari öffnet man dazu erst zwei Fenster und ordnet diese nebeneinander an. Der Netscape Navigator kann zudem geöffnete Tabs speichern und diese beim Neustart des Browser wiederherstellen. Dazu muss der Browser jedoch über die Funktion "Restart Navigator" geschlossen werden. Der Navigator ist übrigens in englischer Sprache erhältlich. Ob es auch eine deutschsprachige Version geben wird, steht noch nicht fest. Vielleicht gelingt dem Navigator ja eine Renaissance. Der Dinosaurier unter den Browsern wird es jedoch schwer haben. Nachdem Microsoft den Internet Explorer in Windows integrierte, gingen die sich einst auf 80 Prozent belaufenden Marktanteile von Netscape schon in den 90er Jahren kontinuierlich zurück. Als legitimer Nachfolger vom Navigator gilt sowieso Firefox, das aus dem 1998 veröffentlichen Quellcode vom Navigator neu entwickelt wurde. Und im Mac-Markt hat der Netscape Navigator gegenüber Safari, Camino & Co. zusätzlich an Boden verloren, weil die Version 8 gar nicht für Linux und MacOS gebaut war. Netscape Navigator 9 ist eine Universal Binary - das Programm benötigt mindestens einen PowerPC G3 und Mac OS X 10.2.

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