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Netzagentur: Elektrosmog von Funkanlagen weit unter Grenzwerten

19.03.2007 | 14:33 Uhr |

Bei Funkanlagen und den vielen neuen Mobilfunkstationen werden nach Messungen der Bundesnetzagentur die Grenzwerte für Elektrosmog durchweg deutlich unterschritten. Wenn die festgelegten Begrenzungen für elektromagnetische Felder zum Schutz der Bevölkerung vor möglichen Gesundheitsgefahren nicht eingehalten würden, dürften solche Anlagen gar nicht betrieben werden, sagte der Präsident der Netzagentur, Matthias Kurth, am Montag in Bonn.

«Wir können technisch garantieren, dass an jeder Anlage die Grenzwerte eingehalten werden», betonte Kurth. Selbst unmittelbar an der Antenne müsse dies der Fall sein. Mit einem neuen automatisierten Messsystem werde nun noch eine Lücke bei der Überwachung geschlossen. Für die Festlegung oder Beurteilung der Grenzwerte sei die Behörde nicht zuständig. Es sei Sache von Wissenschaft und Politik zu bestimmen, inwieweit diese angemessen und hinreichend seien.

65.000 Funkanlagen in Deutschland

Die Netzagentur habe bereits mit zahlreichen Aktivitäten zu einer Versachlichung der oft auch sehr emotional geführten Debatte um die möglichen Risiken und Gefahren beigetragen, die von Funktechnologien und elektromagnetischen Strahlungen ausgingen, sagte Kurth. In Deutschland gibt es rund 65. 000 feste Funk- und Mobilfunkstandorte. Die Netzagentur ist mit der Genehmigung und Messkontrolle der Anlagen betraut. Allein binnen ungefähr eines Jahres (zwischen 2005 und 2006) wurden laut Kurth mehr als 20 . 000 neue Bescheinungen erteilt.

Kurth stellte ein neues Messsystem vor, das mit automatischen Stationen eine kontinuierliche und einheitliche Messung der elektromagnetischen Felder erlaubt. Damit gebe es bei der Kontrolle noch mehr Transparenz und Aufklärung. Auch Befürchtungen von besorgten Bürgern könnten aufgenommen werden, dass sich nach einer bisher zu einem Zeitpunkt vorgenommenen Messung die Feldstärken drastisch änderten oder dass die Sendeleistung von Funkanlagen, insbesondere von Mobilfunkbasisstationen, zu bestimmten Tages- und Nachtzeiten in unzulässiger Weise erhöht werde.

Die Daten des neuen Messsystems stehen auch im Internet für alle Interessierten zur Verfügung. Zur Zeit sind bereits sieben automatische Messstationen in Betrieb in Berlin, Bonn, Hamburg, Karlsruhe, Mainz und Moers. Weitere Stationen sind geplant. ( dpa /mst)

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