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Netzbetreiber : Kabelgebühren sind "furchtbar niedrig"

07.09.2000 | 00:00 Uhr |

Das amerikanische Unternehmen Callahan, Mehrheitseigner der TV-Kabelnetze in Nordrhein-Westfalen und Baden-Württemberg, hält die Kabelgebühren in Deutschland für "furchtbar niedrig". Das sagte der Chef des Netzbetreibers, Richard J. Callahan, beim Auftakt des Zukunftsforums "Kabel 21" am Mittwoch in Stuttgart. Die Zuschauer sollten in Zukunft Pakete mit unterschiedlichen Angeboten und Preisen wählen. Callahan will ab Sommer 2001 pro Monat 100.000 Haushalte auf das neue Breitband-Kabelnetz umrüsten, über das auch ein schneller Internet-Zugang und Multimedia-Dienste in die Wohnzimmer kommen sollen.

Der ARD-Vorsitzende Peter Voß kritisierte, dass der für interaktives Fernsehen vorgesehene Rückkanal auf dem bisher für die öffentlich-rechtlichen Sender reservierten Platz eingerichtet werden soll. "Die Zuschauer werden massive Probleme bekommen, ihre Sender wiederzufinden," sagte Voß, der auch Intendant des Südwestrundfunks (SWR) ist. Außerdem stellte Voß die Einspeisungsentgelte der Fernsehsender für das Kabelnetz in Frage. In anderen Ländern würde der Netzbetreiber den Sendern sogar eine Vergütung für ihr Angebot zahlen.

Der Telekom-Beauftragte für Breitbandkabel, Franz Arnold, wies die Kritikpunkte als "Übergangsschwierigkeiten" in der Phase nach der Monopolstellung der Deutschen Telekom zurück. Der Rückkanal müsse auf dem vorgesehenen Platz eingerichtet werde, weil der Schritt dem internationalen Standard entspreche. Bei einem völligen Ausstieg der Telekom aus dem Kabelgeschäft wären die Probleme der Übergangsphase "dramatisch" gewesen.

Das Unternehmen hatte gemäß EU-Vorgaben die Verantwortung für das 460 000 Kilometer lange Netz auf neun regionale Gesellschaften übertragen. In Hessen wurden außerdem bereits 65 Prozent der Anteile an ein europäisches Konsortium verkauft, in Nordrhein-Westfalen - und mit Wirkung zum 1.1.2001 - in Baden-Württemberg erwarb Callahan 55 Prozent von der Telekom. Auf dem Zukunftsforum "Kabel 21" wollen Politiker mit Vertretern aus der Medien- und Telekommunikationsbranche über die Möglichkeiten des geplanten Breitband-Kabelnetzes diskutieren. Die Resultate sollen im März 2001 vorgestellt werden. dpa/ab

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