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Eine Serifenschrift für lange Texte: Malabar

06.08.2009 | 10:22 Uhr |

Auch um die Entstehung von Schriften rankt sich manche Legende. Die von Malabar reicht vom fränkischen Retter des Abendlandes, Karl Martell, bis zu einer Kaffesorte. Das Ergebnis präsentieren Macwelt und Linotype im aktuellen Font der Woche

Linotype Malabar
Vergrößern Linotype Malabar
© Linotype

Die neue Schriftfamilie für lange Textpassagen Malabar ist wahrscheinlich die erste in der Schriftenbibliothek von Linotype, die nach einem Kaffee benannt ist. Ursprünglich trug sie einen anderen Namen. Während Dan Reynolds die ersten Strichstärken der Schrift im MA Typeface Design-Kurs an der Universität Reading (VK) entwarf, wurde sie nach dem fränkischen Helden des 8. Jahrhunderts, Karl Martell benannt. Nach seiner Rückkehr nach Berlin arbeitete Reynolds dann einige weitere Monate an der Schrift. In der Nähe seiner Wohnung in der Bergmannstraße in Kreuzberg befand sich das Café Barcomi’s. Und reichliche Mengen des Kaffees India Monsooned Malabar hinunterzustürzen, war genau das, was er brauchte, um diese robuste, antik anmutende Serifenschrift fertigzustellen.

Malabar regular
Vergrößern Malabar regular
© Linotype

In der Buchstabenform von Malabar ist eine markante Diagonalachse in den Kurven zu erkennen. Die stämmigen Serifen verstärken das Textbild in kleinen Größen und definieren den allgemeinen Charakter der Schrift. Malabar hat eine große x-Höhe. Diese bewusste Entscheidung bewirkt, dass die wichtigsten Elemente der Kleinbuchstaben bei sehr klein gesetzten Texten sichtbar größer erscheinen. Die Höhe der Großbuchstaben ist eher gering, was die Buchstaben harmonischer und die Schrift beim Setzen in deutscher Sprache weniger schwerfällig wirken lässt.

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