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Neu in iOS 8: Home Kit

02.06.2014 | 23:48 Uhr |

Home Kit soll ermöglichen, das vernetzte Heim per iPhone zu steuern. Und zwar über eine Schnittstelle statt bisher viele unterschiedliche

Per iPhone Beleuchtung oder Heizung zu steuern ist schon längst keine Zukunftsmusik mehr. War doch das Beobachten einer Kaffeekanne per Webcam überhaupt eine ersten Funktionen des World Wide Web und sind automatische Regelungssysteme in vielen Bürogebäuden mittlerweile Standard.  Dass im Januar Google für 3,2 Milliarden US-Dollar den für Rauchmelder und Thermostate bekannten Anbieter Nest übernahm, zeigt ebenfalls, welches Potenzial viele Unternehmen in diesem wachsenden Geschäftsbereich sehen. Auch Apple will dieses Feld nicht vernachlässigen, wie das bei der WWDC 2014 vorgestellte Home Kit beweist. Anders als Google scheint Apple keine eigenen Geräte zu planen - iPhone und iPad mit iOS 8 sollen aber die Steuerzentrale des automatisierten Heims werden. Es gibt ja bereits unzählige Wohnungs-Accessoires, die man per iOS steuern kann: Türschlösser von Kwikset, Waagen von Withings oder die per App steuerbare Lampen von Philips.

API für Entwickler

Bei Home Kit handelt es sich nicht um eine eigene App, sondern eine neue Schnittstelle für Entwickler. Wie Craig Federighi bei der Präsentation erklärt, bietet die API Home Kit unter iOS 8 Drittfirmen ein gemeinsames Protokoll für den Informationsaustausch, das so genannte Home Automation Protocol. Mit diesem gemeinsamen Protokoll soll es möglich sein, mehrere dieser Geräte, auch Geräte unterschiedlicher Hersteller, in einem virtuellen „Home“, einer „Zone“ oder einem „Room“ zusammenzufassen. Das macht es möglich, alle Geräte in einem Raum gemeinsam zu steuern - entweder über eine App oder dank Siri-Unterstützung durch einen einzigen Sprachbefehl.

Ein in ein iPhone gesprochenes Kommando wie „Ich gehe jetzt ins Bett“ startet bei Bedarf dann ganze Befehlsketten: Die Haustür abschließen, Heizung herunterdrehen und das Licht im Erdgeschoss ausschalten.

Ein weiterer Vorteil soll die bessere Sicherheit sein, ist man doch aktuell bei jedem Gerät auf die Zuverlässigkeit des Anbieters angewiesen. Offensichtlich hat Apple sich vor der Präsentation die Unterstützung zahlreicher Firmen gesichert. So zitiert Apple in einer Pressemitteilung den CEO von Philips Lightning, Eric Rondolat: „Wir freuen uns, Teil des nächsten Schritts zu sein, der Heimautomatisierung Wirklichkeit werden lässt - auf eine sichere und integrierte Art und Weise,“ und wie der Firmenchef weiter ausführt „Home Kit wird es uns erlauben, das Philips Hue Beleuchtungs-Erlebnis weiter zu verbessern, da es einfacher wird, Geräte im gesamten Haus sicher miteinander zu koppeln und mittels Siri zu steuern.“ Nicht nur Philips gehört zu den Unterstützern, eine bei der Präsentation eingeblendete Liste führt namhafte Hersteller von iDevices auf, darunter iHome, Osram, Skybell, Schlage, Haier, Cree und Honeywell.

Gegen den Wildwuchs

Wenn man sich ansieht, wie viele alternative Lösungen für Heimautomation es zumindest in Deutschland schon gibt, wird klar, wie sinnvoll der Ansatz von Apple ist, mit Home Kit allen Anbietern eine API zu geben, an die sie ihre Produkte andocken können. Einige solche Lösungen haben wir schon in der iPadwelt vorgestellt, beispielsweise in Ausgabe 5/2012 . Man kann heute beispielsweise schon problemlos Thermostaten, Lichtschalter und Rolladen der Marke Homematic per iPhone-App steuern. Mit dem Mediola a.i.o gibt es ebenfalls eine bewährte Haussteuerungslösung, für die Apps für iPad, Android und Windows Phone existieren. Viele solche Lösungen setzen jedoch auf unterschiedliche Standards wie Infrarot oder Funktechnik. Home Kit setzt auf Bluetooth und WLAN und sorgt dafür, dass sich alle kompatiblen Angebote mit iPhone und iPad steuern lassen. Im Gegenzug erhalten die Hersteller von Apple das Label "made for iPhone" oder iPad und die Möglichkeit, den Apple Store als Vertriebsplattform zu nutzen.

Fazit:

Home Kit ist wie Health Kit eine interessante neue Schnittstelle in iOS 8, deren Potenzial sich aktuell nur erahnen lässt. Je mehr Kooperationspartner Apple gewinnen kann, die das Home Kit mit realen Lösungen fülllen, desto besser für den Anwender. Daher war die Entwicklerkonferenz der richtige Ort, die Kits zu zeigen. Bis zum Release von iOS 8 sollten dann auch erste Lösungen verfügbar sein.

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