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Neu in macOS 10.12: Safari-Apps statt Erweiterungen

16.06.2016 | 13:36 Uhr |

Die neuen Safari App Extensions sollen die alten Safari-Erweiterungen ersetzen und die Ergänzung von Safari 10 um App-Funktionen erlauben.

Vergleicht man das Angebote an Erweiterungen für Safari, Firefox und Google Chrome, ist Safari etwas im Hintertreffen. Hier bringen vielleicht die neuen Safari App Extensions Abhilfe, die Apple mit macOS 10.12 bzw. Safari 10 einführt. Neben JavaScript und CSS unterstützen die Erweiterungen nämlich erstmals auch Objective-C und Swift. Allerdings sind sie nun nicht mehr frei installierbar. Bisher kann man nämlich Safari-Erweiterungen wie Adblock oder WOT als Installationsdatei frei aus dem Web laden und mit einem Mausklick installieren. Die neuen Extensions basieren dagegen auf einem per App Store vertriebenen Hauptprogramm. Wie bei den Erweiterungen für Apple Fotos und unter iOS kann es sich dabei um ein vollwertiges Programm halten wie einen Passwortverwalter, oder eine reine „Hülle“ für ein reines Browser-Tool wie Adblock. Startet ein Anwender erstmals die App, ist sie für Safari verfügbar. Erweiterung und App können Daten austauschen, beispielsweise Nutzerinformationen oder Verlaufsdaten.

Die neue Erweiterung ist in eine App integriert.
Vergrößern Die neue Erweiterung ist in eine App integriert.

Der Vorteil: Da das System sie über den App Store automatisch aktualisiert, sind sie immer auf dem gleichen Stand wie das Haupt-Programm. Auch die Vermarktung über den App Store ist nun erstmals möglich. Langfristig sollen sie herkömmliche Erweiterungen wohl ersetzen. So installiert Safari 10 als Standard offenbar nur noch signierte Erweiterungen, eine zusätzliche Schutzfunktion vor Adware oder Malware. Möglich ist mit einer der neuen Erweiterungen das Ergänzen einer Werkzeugleiste, das Hinzufügen eines Kontextmenüs sowie das Verändern einer Webseite per Stylesheet und Javascript. Die Entwicklung ist allerdings nicht mehr mit dem Safari Extension Builder möglich, nur noch mit Xcode. Auch bei Kontextmenüs und Toolbars gibt es kleinere Einschränkungen. Vorlagen für App Extensions sollen den Umstieg erleichtern. Erweiterungen alten Typs kann man in Safari 10 laut Nutzerberichten weiter nutzen, man muss sie aber nach der Installation von Safari 10 anscheinend neu installieren.

Unsere Meinung: Ursprünglich verfolgte Apple bei Safari-Erweiterungen einen sehr offenen Ansatz, so gab es bis letztes Jahr sogar ein kostenloses Entwicklerprogramm für Safari-Entwickler. Allerdings war die Funktionalität der Browser-Erweiterungen noch auf CSS und Javascript beschränkt. Der Zwang zur Nutzung des App Stores, der nicht von allen Entwicklern geschätzt wird, hat deshalb wohl auch Sicherheitsgründe.

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