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Neuartiger Ansatz für Videokonferenzen

09.07.2004 | 16:00 Uhr |

Wired berichtet über ein Projekt namens "Facetop" von Forschern der Universität von North Carolina. Hierbei handelt es sich um einen innovativen völlig neuen Ansatz für Videokonferenzen, Präsentationen und kollaboratives Computer-Arbeiten über Distanzen.

Der Trick dabei ist, dass ein Video-Stream des Gegenübers einfach transparent über dem gemeinsamen Desktop liegt. Das Gegenüber kann nun mit einem roten Fingerhut bewaffnet mit diversen Gesten den Desktop bedienen, Programme starten und bedienen, Text markieren oder durch Webseiten navigieren.
Erfinder David Stotts, der die Idee hatte, als ein Kollege auf der Projektion des Beamers, den er als Monitor-Ersatz verwendet mit dem Finger gedeutet hat kann gar nicht glauben, dass niemand anderes bisher eine solche Idee hatte.
Die Bedienung ist sehr intuitiv und das bisherige User-Feedback ist sehr gut. Ursprünglich wurde Facetop für "Extreme Programming" konzeptioniert, einen Entwicklungsansatz, bei dem zwei Programmierer gemeinsam am selben Code arbeiten. Nun stellt sich heraus, dass es sich zum Beispiel auch wunderbar für Präsentationen über Entfernungen eignet.
Implementiert wurde Facetop sehr schnell mittels dem Graphik-Subsystem Quartz von Mac-OS X. Schon nach 45 Minuten war ein Prototyp fertig, der mit zwei Powerbooks und zwei 100-Dollar Firewire-Kameras (wahrscheinlich iSight) funktionierte. Laut dem Entwicklerteam soll eine PC-Version erst 2006 möglich werden, wenn Windows Longhorn bis dahin ein ähnliches Graphik-Subsystem bietet wie Quartz.
An einer iChat-Implementierung arbeiten die Forscher schon, genau wie an einer Version für mehr als zwei Teilnehmer. Die Universität hat die Technik zum Patent angemeldet und einige Firmen haben schon Interesse bekundet, Namen nannte Slotts allerdings nicht.

Info Wired über Facetop

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