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Neue Apple-Software für Videoprofis

07.04.2003 | 15:20 Uhr |

Auf der NAB 2003 hat Apple drei neue Versionen seiner Profi-Software für Videoprofis vorgestellt: Final Cut Pro 4, DVD Studio Pro 2 und Shake 3

München/Macwelt - Eine Menge neuer Produkte für Video-Profis hat Apple im Gepäck. Der Mac-Hersteller zeigt auf der Messe NAB (National Assosiation of Broadcaster) in Las Vegas, die heute eröffnet, neben Final Cut Pro 4 und DVD Studio Pro 2 auch Shake 3. Diese Profitools setzen immer mehr auf offene Formate und Industriestandards. So unterstützt Final Cut Pro 4 das offene XML-Dateiformat und bietet ein Firewire-basiertes I/O-Framework, das sich mit entsprechenden Produkten von Panasonic, AJA, Automatic Duck, Quentelk, Pinnacle, Omneon und Curious Graphics versteht.

Final Cut Pro 4

In Version 4 stellt Apple seine Videobearbeitungssoftware für Film, HD, SD und DV vor. Ab Juni wird es dieses Pogramm für 1160 Euro im deutschen Apple Store geben, das Update kostet 463 Euro. Wer ab sofort Final Cut Pro kauft, kann im Juni für 58 Euro auf die Version 4 updaten. Laut Hersteller bietet diese Version über 300 neue Eigenschaften, darunter RT Extreme für die Echtzeit-Effektbearbeitung, neue hochqualitative, unkomprimierte 8- und 10-Bit-Formate. Erstmals in einem Schnittsystem unter 100 000 Euro bietet Final Cut Pro 4 eine 32-Bit Videobearbeitung pro Kanal. Zusätzlich sind drei neue Anwendungen direkt in Final Cut Pro 4 integriert — LiveType für professionelle Betitelung, —Soundtrack für die Musikbegleitung und —Compressor für das Kodieren in Stapelbearbeitung. Auch lässt sich nun die Benutzeroberfläche individuell anpassen.Das in Final Cut Pro neu integrierte RT Extreme ist eine Software-Architektur für Echtzeiteffekte, die mit der Prozessorleistung skaliert. Dadurch unterstützt es eine größere Anzahl an simultanen Echtzeit-Streams und hunderten von Echtzeit-Effekten. Mit RT Extreme können Software-Effekte in Echtzeit auf externen Broadcast-Monitoren, die über Firewire oder eine externe Breakout-Box angeschlossen sind, verfolgt werden. RT Extreme arbeitet unabhängig vom verwendeten Codec und ermöglicht es Cuttern, ihre Arbeit wahlweise bei maximaler Auflösung oder bei maximaler Geschwindigkeit in Echtzeit zu begutachten.Final Cut Pro 4 bietet unkomprimierte 8- und 10-Bit-Formate sowie 32-Bit-Fliesskomma-Bearbeitung und ist die einzige non-lineare Videobearbeitungslösung, die übergangslos von DV über SD, HD und Film skaliert. Final Cut Pro 4 unterstützt die HDR-Rendertechnologie und gibt in Filmqualität aus.

Live Type ist eine neue Anwendung für die Betitelung. Mit ihr lassen sich dynamische, animierte Titel laut Apple schnell und einfach erstellen. Bestandteil von Live Type ist Live Fonts, ein neuartiger Ansatz der Textanimation, bei dem jeder einzelne Buchstabe eines Zeichensatzes als separat animiertes Movie behandelt wird. Live Type enthält über 8 GB an Material, darunter Live Fonts, 150 vorkonfigurierte Effekte, anpassbare Vorlagen, Hintergründe, animierte Texturen und Objekte. Live Type unterstützt DV, SD und HD-Formate.

Mit Soundtrack lassen sich lizenzfreie Begleitmusiken für die eigenen Projekte erstellen. Soundtrack gleicht Audio Loops automatisch ab und arrangiert und mischt in Echtzeit. Es unterstützt die neuen —Score Marker für die Synchronisation, Audio-Formate wie AIFF, WAV und ACID und enthält eine Sammlung mit tausenden Musik-Loops und Soundeffekten.Compressor ist ein neues Stapelverarbeitungstool im Lieferumfang von Final Cut Pro 4 und DVD Studio 2, mit dem direkt in eine ganze Reihe von Formaten - darunter MPEG-2 für DVD, MPEG-4 für Streaming Media sowie jedes andere unterstützte Quicktime-Format ausgegeben werden kann. Compressor unterstützt Wasserzeichen, Echtzeit-Vorschau und 30 Filter und Effekte. Es verfügt über einen neu entwickelten MPEG-2 Software Encoder, der professionelle Eingriffsmöglichkeiten zur Justierung der Bitrate und für die Wahl von One- bzw. Two-Pass VBR-Encoding aufweist. Der MPEG-2 Software Encoder bietet neben einer beeindruckenden Qualität eine Geschwindigkeit, die mit der von Hardware- und Software-Encodern konkurriert, die für sich allein genommen bereits mehrere tausend Euro kosten würden.Phil Schiller, der den langen Titel Senior Vice President Worldwide Produkt Marketing sein Eigen nennt, preist Apples Videobearbeitungssoftware als Revolution der professionellen Videobearbeitung, da es teure und komplexe Technologie erschwinglich und beherrschbar gemacht habe.

DVD Studio Pro 2

Komplett neu entwickelt hat Apple das professionelle DVD-Mastering-Programm DVD Studio Pro 2, das voraussichtlich ab August für 580 Euro den Besitzer wechselt. 231 Euro kostet das Update auf diese Version kostet für Besitzer von DVD Studio Pro 1.5. Wer jetzt diese Version kauft, kann später für 25 Euro auf die neue Version updaten. Von Grund auf neu konzipiert ist die Benutzeroberfläche von DVD Studio Pro 2. Mit anpassbaren Vorlagen, einem Menü-Editor, einer Timeline-basierten Spurbearbeitung und einem Software-basierten MPEG-2-Encoder sieht Apple sein DVD Studio Pro 2 als ideale Ergänzung für Final Cut Pro. Mitgeliefert sind viele Vorlagen für Stile, Buttons und Hintergründen. Beliebig veränderbar dienen die Vorlagen als Ausgangspunkt für eigene Templates, die wieder verwendet oder mit anderen DVD Studio Pro 2-Anwendern ausgetauscht werden können. Mit dem neuen Menü-Editor von DVD Studio Pro 2 lassen sich Menüs einfach per Drag & Drop erzeugen. Über die kontextsensitiven Paletten lassen sich mit einem Klick neue Spuren anlegen und verbinden, Diashows erzeugen und automatische Kapitelübersichten anlegen. Anwender können Text direkt im Menü-Editor bearbeiten und Änderungen bei Fonts und Button-Grafiken vornehmen. Die Spurbearbeitung von DVD Studio Pro 2 basiert auf der Timeline von Final Cut Pro und verfügt über eine lineare Ansicht von Video- und Audio-Clips. Über die Timeline lassen sich nun Kapitelmarken einfach hinzufügen und bis zu acht Perspektiven, acht Audiospuren und 32 Untertitel verwalten. Der Compressor ist ein neues Stapelverarbeitungstool im Lieferumfang von DVD Studio Pro 2 und Final Cut Pro 4, mit dem direkt in eine ganze Reihe von Formaten - darunter MPEG-2 für DVD, MPEG-4 für Streaming Media sowie jedes andere unterstützte Quicktime-Format ausgegeben werden kann. Compressor verfügt über einen neu entwickelten MPEG-2 Software Encoder, der professionelle Eingriffsmöglichkeiten zur Justierung der Bitrate und für die Wahl von One- bzw. Two-Pass VBR-Encoding aufweist.

Shake 3

Die Software Shake 3, ein Werkzeug für Compositing und Visual Effects, ist die dritte Neuvorstellung Apples auf der Messe NAB. Voraussichtlich im Juni wird es für Mac OS X, Linux und IRIX erhältlich sein. Die Mac-OS-X-Version mit unlimitierter Renderlizenz kostet 5800 Euro. Anwender, die Shake auf Linux, IRIX und Windows einsetzen, haben die Möglichkeit, die Zahl ihrer Lizenzen ohne zusätzliche Kosten zu verdoppeln, wenn sie auf Shake für Mac-OS X wechseln. Shake 3 bietet neue Funktionen wie die Shake Qmaster Network Rendering Management Software (nur Mac-OS X) und unlimitierte Netzwerk-Rendering-Lizenzen, um Renderaufgaben über einen Cluster von Xserve-Servern oder Power Macs G4 zu verteilen. Anwender von Mac OS X, Linux und IRIX können jetzt auf neue visuelle Effekte in Shake 3 nutzen, darunter Motion-Tracking und Echtzeit-Broadcast-Vorschau. Shake 3 kommt mit neuen Visual Effect Tools. Verbessert wurden das Rotoscoping, das sich in höherem Masse automatisieren lässt. Die neue Audio-Unterstützung soll es erleichtern, Visual Effects mit dem Ton zu synchronisieren. Zu den weiteren Neuerungen zählen unter anderem ein Filmkornfilter und ein verbesserter Animationskurven-Editor.Die neue Shake Qmaster Network Render Management Software, die Bestandteil der Version von Shake für Mac-OS X ist, setzt die Rendezvous Netzwerk-Technologie ein. Rondevous identifiziert automatisch die verfuegbaren Renderknotenpunkte in einem Netzwerk, während zugleich die Arbeitslast per Load Balancing optimiert auf jede Maschine im Workflow verteilt wird. Sollte ein Xserve oder ein Power Mac G4 ausfallen, verteilt Shake Qmaster automatisch die Arbeit auf andere Renderknoten im Cluster. Da Shake Qmaster auf einer offenen Architektur basiert, kann es zugleich die Rendering-Unterstützung für viele andere Lösungen von Drittanbietern wie etwa Maya von Alias/Wavefront mit übernehmen. Verfeinert wurden die Werkzeuge für die kommerzielle Post-Production. Die Unterstützung für Broadcast-Monitore (nur Mac-OS X) erlaubt es, Szenen in Echtzeit auf einem Video-Monitor auszugeben. Shake 3 kann auch maskierte Photoshop-Ebenen importieren.Laut Apple wird Shake für grossformatige Produktionen von den bedeutendsten Filmstudios und führenden Visual Effects-Spezialisten eingesetzt. Shake wurde bislang in über hundert Kinoproduktionen eingesetzt, darunter in allen drei Teilen der Herr der Ringe-Trilogie. mas

INFO Apple Web www.apple.de

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