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Neue EU-Initiative gegen Internet-Piraten

11.02.2003 | 10:59 Uhr |

Mit einer neuen Agentur für Netzwerk-Sicherheit will die Europäische Kommission künftig Hackern und Internet-Piraten das Handwerk legen. Bereits Anfang 2004 sollten die Fachleute der Agentur ihre Arbeit aufnehmen, sagte EU-Industriekommissar Erkki Liikanen bei der Vorstellung der Pläne am Montag in Brüssel. "Die Netzsicherheit ist ein Hauptanliegen geworden, insbesondere seit dem 11. September", sagte Liikanen. In den ersten fünf Jahren solle die neue Behörde für die Union mit dann 25 Mitgliedstaaten insgesamt 33 Millionen Euro kosten. Ihr Standort ist noch offen. Das Internet habe die Arbeit der Unternehmen in der EU in den vergangenen Jahren viel effizienter, aber auch viel angreifbarer gemacht, sagte der Kommissar. Inzwischen nutzten 90 Prozent aller Firmen das weltweite Netz, rund 40 Prozent aller EU-Bürger seien ans Internet angeschlossen. Damit wachse die Gefahr von Cyber-Angriffen: «Das schlimmste Szenario ist ein Diebstahl wichtiger persönlicher Daten», meinte der Finne Liikanen. Zu den geschätzten Kosten der Internet-Kriminalität wollte sich der Kommissar jedoch nicht äußern. Zu den Hauptaufgaben der geplanten Agentur soll die grenzüberschreitende Zusammenarbeit mit nationalen Einrichtungen und der Industrie gehören. Ihre Arbeit solle auf den Ansätzen in den einzelnen EU-Staaten aufbauen und diese zusammenführen, sagte der Kommissar. "Die Industrie hat natürlich eine Schlüsselrolle zu spielen in diesem Bereich", erklärte Liikanen. Die Zusammenarbeit solle aber auf freiwilliger Basis geschehen: "Wir schlagen keine Befugnisse in der Strafverfolgung vor." Die Behörde solle sich mehr auf Fragen der Technologie als der Verbrechen konzentrieren. Über den Sitz der neuen Einrichtung muss der Ministerrat nach Angaben Liikanens binnen sechs Monaten nach dem Kommissionsvorschlag entscheiden. Offiziell soll der Vorschlag bei der Kommissionssitzung an diesem Dienstag in Straßburg beschlossen werden. dpa

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