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Neue Handy-Trends

30.06.2004 | 09:56 Uhr |

Kameras und Spiele sind längst Standard - Handyhersteller wollen ihre Kunden heute vor allem mit steigender Qualität locken.

Mit neuen Handys werden Bilder in höherer Auflösung gemacht und Videosequenzen gedreht. Das Herunterladen von Musik und Spielen gehört meist ebenfalls zum Programm. Aber auch das Design soll Herstellern zufolge wieder eine stärkere Rolle spielen - es kommt auf die Größe an und auf ausgefallene Klappideen. «Im Trend sind weiterhin Kamerahandys», sagt Anja Klein, Sprecherin von Siemens Mobile in München. Kaum ein Mobiltelefon werde noch ohne die Foto-Möglichkeit angeboten. In Zukunft seien vor allem größere Auflösungen möglich, auch die Videofunktion werde weiter verbessert. «Außerdem wächst der Bedienkomfort», so Myriam Hoffmann, Sprecherin von Sony Ericsson in Köln.
Bei den neuen Fotohandys sollten Käufer jedoch die Verbesserungen genau prüfen. Nicht immer bedeuteten die neuen Modelle einen großen technischen Fortschritt, berichtet die in Poing (Bayern) erscheinende Zeitschrift «digifoto». Bei besonders erfolgreichen Geräten würden auch Nachfolger mit nur geringen Veränderungen angeboten. Sony Ericsson bringt in absehbarer Zeit zwei neue Handys auf den Markt: Ende Juni soll das Modell K700 eingeführt werden, dessen beide Seiten ganz unterschiedlich gestaltet sind. Die eine sieht mit Display und Tastatur aus wie ein Handy, die andere mit Kamera und Fotoleuchte wie eine Digitalkamera. Auch das zweite neue Modell von Sony, das S700, sieht von einer Seite aus wie eine Digitalkamera. Das Gerät soll Ende Oktober erhältlich sein. Die Bilder der 1,3-Megapixel-Kamera können hier auch auf einem mitgelieferten 16-MB-Memory Stick gespeichert werden.
Der finnische Handyhersteller Nokia bringt im Herbst ebenfalls zwei neue Modelle auf den deutschen Markt. Das Nokia 3220 wendet sich mit einer Spezialität vor allem an junge Handynutzer: Mit Leuchtdioden auf der Rückseite des Telefons können nach Angaben des Herstellers mit Deutschlandsitz in Düsseldorf Mitteilungen «in die Luft geschrieben» werden. Vor allem in vollen Räumen könnten sich Handynutzer so verständigen. Das Nokia 6260 wendet sich dagegen eher an Geschäftskunden. Zu den Funktionen gehört Push-to-talk. «Push-to-talk ermöglicht mit nur einem Knopfdruck eine Telefon-Konferenz mit unbegrenzter Teilnehmerzahl», erklärt Frank Rammin, der beim Hersteller Panasonic für das Mobilfunkgeschäft in Deutschland zuständig ist. Panasonic bietet mit dem X700 ebenfalls ein neues so genanntes Smartphone für berufliche Handynutzer an. Es ist wie das Nokia 6260 mit dem Betriebssystem Symbian ausgestattet - so lassen sich verschiedene Microsoft-Programme auf dem Gerät nutzen.
Neben neuen technischen Möglichkeiten spielt aber auch das Design der Handys den Experten zufolge wieder eine größere Rolle. «In der Vergangenheit wurden vor allem die Displays größer und damit zwangsläufig auch wieder die Handys», so Siemens-Sprecherin Klein. Mit Klapp- oder Schiebefunktionen versuchen die Hersteller, diesen Effekt aufzufangen. Einen Schiebemechanismus besitzt zum Beispiel das SL65 von Siemens. Auch mit diesem Handy können Fotos gemacht und Spiele gespielt werden.
Wegen der technischen Vielfalt sollten Verbraucher vor dem Kauf ihren eigentlichen Bedarf überdenken: Vor allem teure Business-Handys lohnten sich der Fachzeitschrift «digifoto» zufolge meist nur für Telefonierer, die das Gerät im intensiv Beruf nutzen. Funktionen wie der Datenabgleich seien für Privatnutzer oft überdimensioniert.

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