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Neue Intel-Chips zur WWDC: Kommt ein neues Macbook Air?

23.05.2013 | 10:45 Uhr |

In den USA laufen die Lagerbestände an aktuellen Modellen des Macbook Air leer. Das könnte neben neuen Prozessoren ein Zeichen für ein neues Modell zur WWDC sein.

Im Rahmen der WWDC gilt es immer auch, der Entwickler-Community die neuesten Technologien im Hardware-Bereich vorzustellen und zu zeigen, was sich mit solchen Neuerungen im Umfeld von OS X anstellen lässt. Die wichtigste Rolle spielt dabei im Rahmen der WWDC in diesem Jahr – neben der Einführung von AC-WLAN – der Chiphersteller Intel, denn das Unternehmen hat mit Haswell und Iris gleich zwei neue Mikroprozessor-Technologien im Gepäck, die es in Sachen Power in sich haben werden.

Intels Zukunftstechnologien: Haswell und Iris im Anflug

Haswell, das ist Intels Codename für die Intel Core-Prozessoren der 4. Generation, die man am 4. Juni 2013 im Rahmen der Computex, einer großen Branchenmesse in Taiwan, vorstellen wird – die Ankündigung für die Produktvorstellung erfolgte übrigens im Intel-typisch Jargon: mit einer Zeitangabe in Nanosekunden . Die neuen Core-CPU’s der Marke Haswell sollen – wenig überraschend – ihre Vorgänger der Generation Ivy Bridge in allen Belangen übertreffen. In der offiziellen Ankündigung heißt es, man wolle „unfassbare Performance und außerordentliche Laufzeiten“ erreichen. Da im asiatischen Markt bereits Haswell-Mainboards und auch entsprechende Prozessoren im Umlauf sind, lässt sich bereits sagen, dass Intel die Versprechen einzuhalten scheint, vor allem mit Blick auf den niedrigeren Stromverbrauch (den Intel beispielsweise durch besseres Energiemanagement im Ruhemodus erreicht). Für einige ältere Netzteile sind die Haswell-CPU’s sogar zu sparsam, denn diese kommen gelegentlich mit der niedrigen Energieaufnahme nicht zurecht.

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Die zweite große Neuerung Intels hört auf den Namen Iris: Iris ist die integrierte Grafikeinheit der neuen Intel Core-Prozessoren der 4. Generation und soll laut Herstellerangaben die Sparte der integrierten Grafikprozessoren revolutionieren. Iris-GPU’s, die in zwei Serien – Iris und Iris Pro – auf den Markt kommen sollen, liefern dabei eine etwa doppelt so hohe Performance als die bisherigen Intel HD 4000 Chips, wie Sie unter anderem in den Modellen des Macbook Air und Pro verbaut sind. Intel setzt für Iris auf 128 MB so genanntes eDRAM, also eine Speicherlösung, bei der die Speicherbausteine auf demselben Modul sitzen, wie der Prozessor. Das bedeutet im Ergebnis, dass schnelle Taktraten möglich sind und die Performance der Prozessoren steigt. Das soll sich laut Intel vor allem an der Leistung bei Foto- und Videobearbeitung, die signifikant steigen soll, bemerkbar machen.

Intel nutzt für den Leistungszuwachs vor allem Quick Sync Video, MPEG-Dekodierung und MPEG-Transcoding. Darüber hinaus unterstützen die Iris-Chips auch Microsofts DirectX-11.1-Grafikschnittstelle sowie OpenGL-4.0 – gerade für Nutzer, die auch mal ein Videospiel spielen wollen, bietet die Kombination Haswell/ Iris eine deutlich bessere Performance. Intel plant mit Iris einen Angriff auf die bislang als überlegen geltenden diskreten Grafikeinheiten aus Nvidias Geforce- oder AMDs Radeon-Reihe. Für Notebooks der Ultrabook-Klasse, unter anderem also auch Apples Macbook Air-Modelle, hat Intel eine leistungsstärkere Variante der „Intel HD Graphics“-Linie in petto, die immerhin einen 50%-igen Leistungszuwachs gegenüber den „HD 4000“-er Chips der Ivy-Bridge-Generation bietet.

Der Blitz wird schneller: Thunderbolt „Falcon Ridge“ kommt

Unter dem Codenamen „Falcon Ridge“ plant Intel, die bisherigen zwei Datenkanäle zu je 10 GBit/s für besonders große Datenmengen, beispielsweise 4k-Inhalte, zu einem 20 GBit/s Kanal zu bündeln und so auch Macs 4k-fähig zu machen. Der Clou: Die neue Thunderbolt-Technik arbeitet mit den selben Kabeln und ist auch zu aktueller Thunderbolt-Peripherie abwärtskompatibel.

Neue Chipsätze, neue Macs?

Zur Erinnerung: Apple hatte im Vorjahr seiner kompletten Mac-Flotte einen Hardware-Refresh mit Ivy-Bridge-Prozessoren spendiert, angefangen beim Mac Pro, sowie den Macbook-Pro- und den Macbook-Air-Modellen im Juni, bis hin zum neuen iMac im Oktober. Es dürfte also auch in diesem Jahr nicht allzu lange dauern, bis Apple die neuen Intel-Technologien für seine Mac-Palette übernimmt.

Gerade für Apples Macbook-Pro- und Macbook-Pro-Retina-Geräte dürfte die Kombination aus Haswell-CPU und Iris-Pro-On-Board-Grafik interessant sein, erlaubt die Kombination doch zum einen höhere Leistung, zum anderen wesentlich längere Akkulaufzeiten. Bei den Top-Modellen dürfte aber weiterhin ein diskreter Grafikchip von Nvidia als Ergänzung zum Einsatz kommen. Der Trend scheint sich aber hin zu leistungsstärkeren On-Board-Lösungen mit niedrigerer Energieaufnahme zu bewegen, so dass immer weniger Nutzer eine diskrete Grafiklösung in Ihrem Notebook brauchen.

Beim Macbook Air, das ebenfalls im vorigen Jahr ein Ivy-Bridge-Update erfahren hat , könnten die Änderungen etwas umfangreicher ausfallen. Neben einer neuen Prozessor-Basis aus der Haswell-Familie, die dem Macbook Air im Vergleich zum Macbook Pro einen spürbaren Geschwindigkeitszuwachs bringen dürfte, ist vor allem die neue HD 5000-Grafik interessant, die Intel für Notebooks der Ultrabook-Klasse angekündigt hat. Denn: Das Macbook Air krankt schon seit seiner Einführung an eher unterdurchschnittlicher Grafikleistung; ein Manko, dass mit den neuen Core-Prozessoren der Vergangenheit angehören dürfte. Vor allem für Anwender, die auch unterwegs eine brauchbare Grafikleistung in Ihrem Mac haben wollen, dürfte das Warten auf ein neues Macbook Air lohnen – zumal die Kombination aus Haswell, Intel HD 5000-Grafik und dem neuen  Falcon-Ridge-Thunderbolt das Tor für 4k-Support und ein Retina-Display für das Macbook Air weit aufstößt.

Ob Apple diesen Schritt allerdings schon in diesem Jahr, genauer gesagt zur WWDC im Juni, vollziehen wird, müssen wir aber abwarten. Die Wahrscheinlichkeit für ein Hardware-Update zumindest für das Macbook Air steigt aber: So berichten US-Blogs wie Apple-Insider von Lieferschwierigkeiten bei den aktuellen Modellen des Macbook Air beispielsweise bei Amazon oder Macmall. Leerlaufende Lager könnten durchaus als ein frühes Zeichen für einen nahenden Refresh des Macbook Air gedeutet werden, genau so gut aber auch nur temporär sein. Für endgültige Gewissheit werden wir wohl die WWDC, die am 10. Juni im Moscone Center West startet, abwarten müssen.

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