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Neue Klage gegen Apple: Gute Nachrichten für persönliche Bereicherung genutzt

04.01.2007 | 15:00 Uhr |

Aktionäre verklagen den Mac-Hersteller wegen unlauterer Optionsgeschenke, die Apple vier seiner Top-Mitarbeiter einen Tag vor Microsofts Ankündigung einer Millionen-Investition im Jahre 1997 gemacht haben soll.

Mitnahmeeffekt in Millionenhöhe

Laut der Klage soll Apple vier Führungskräften im Jahre 1997 durch Aktienoptionen einen Mitnahmeeffekt im Wert von über sieben Millionen US-Dollar beschert haben. Der Mac-Hersteller soll den bisher nicht genannten Mitarbeitern Optionen von fast einer Million Apple-Aktien zugestanden haben - einen Tag bevor Microsoft ankündigte der Software-Riese wolle 150 Millionen Dollar in Apple investieren. Anschließend stieg der Wert der kurz zuvor genehmigten Aktienoptionen um 48 Prozent auf 7,7 Millionen Dollar. Dies sei kein Zufall gewesen berichtet die Los Angeles Times unter Berufung auf die Klage von elf Aktionären. Apple habe den vier Angestellten die Aktienoptionen bewusst vor Veröffentlichung der positiven Nachricht zugestanden, so der Vorwurf. Es sei gängige Praxis gewesen sich durch Options-Manipulation persönlich zu bereichern. Entweder durch die Rückdatierung von Aktienoptionen auf einem Termin, an dem die APPL-Kurs niedrig stand oder durch vertrauliche Informationen über Nachrichten, die den Aktienkurs nach oben treiben würden, so die Anklageschrift. "Die Firma rang ums Überleben, hatte Cash-Probleme und war abhängig von Aktienoptionen, um Führungskräfte anzuwerben und zu halten, deshalb waren die Umstände gut", erklärt Mark Molumphy von Cotchett, Pitre, Simon und McCarthy die damaligen Zustände, die zu dem Manipulationsgeschäft führten. Die Anwaltskanzlei ist der Hauptvertreter der Kläger. Apple habe damit seine Führsorgepflicht verletzt und Bundesgesetze für den Wertpapierhandel gebrochen, erklärt ein weiterer Vertreter der Kläger, Darren Robbins. Die Klage wurde einige Tage vor Weihnachten eingereicht, Apple äußert sich zu den Anschuldigungen bisher nicht.

Goliath rettet David

Erz-Konkurrent Microsoft kam Apple damals zu Hilfe, denn der Mac-Hersteller war in dramatische finanzielle Schwierigkeiten geraten. Im Gegenzug erhielt das Unternehmen aus Redmond einen Teil von Apple und der Mac-Hersteller verpflichtete sich den Internet-Browser des Wettbewerbers auf seinen Rechnern zu installieren.

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