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Neue Königsklasse

01.07.2004 | 12:49 Uhr |

Nvidias Geforce 6800 Ultra, deklassiert alle Radeon-Modelle für den Mac.

Der CPU-Kern der Geforce 6800 Ultra mit der Chip-Generation NV40 stellt nach einhelliger Meinung aller Tester einen Quantensprung zum Vorgänger NV3x (Geforce-5-Serie) dar und übertrifft auch die Radeon 9800 XT ganz klar in sämtlichen Tests. Die doppelte Performance der Radeon 9800 ist in vielen Tests keine Seltenheit, im Schnitt aller Tests ist die Geforce 6800 Ultra etwa 50-60 Prozent schneller. Erst mit dem Nachfolger Radeon X800 kann ATI wieder punkten, in der Summe aller Tests sind sich die beiden aktuellen Topmodelle etwa ebenbürtig. Nachdem in den letzten zwei Jahren nicht zuletzt dank dem etwas missglückten Geforce-5-Design ATI in Sachen Leistung die Oberhand hatte, hat Nvidia sich mit dem NV40 nun eindrucksvoll zurückgemeldet. Die Karten sind nun neu gemischt und die Kontrahenten sind mit den jeweiligen Topmodellen wieder auf gleichem Niveau.

Die Geforce 6800 erreicht diese Leistung durch Klotzen, nicht Kleckern: Satte 222 Millionen Transistoren machen den Chip komplexer als einen Pentium 4, bei dem auch noch die meisten seiner 178 Millionen Transistoren den Level 2-Cache ausmachen. Der 130-Nanometer-Chip läuft ironischerweise in derselben IBM-Fabrik vom Band, die auch den 90-Nanometer-G5 herstellt. Und genau wie beim G5 ist IBMs Output auch beim NV40 nicht so gut wie es der Abnehmer gerne hätte, weswegen Karten mit Geforce 6800 noch rar gesät sind. Da der Mac-Markt allerdings vergleichsweise klein ist sollten wir unter diesen Lieferschwierigkeiten nicht so leiden wie die sehr große Gamer-Szene.
Die 256MB Speicher sind mit 550 MHz getaktet, erstmalig verbaut ein Hersteller den neuen Speichertyp GDDR3. Dank 256-bit-Speicherbus kommt die Geforce 6800 damit auf eine sagenhafte Speicherbandbreite von 35.2 Gigabyte/s (Radeon 9800 XT: 23.4 GB/s, Geforce FX 5950 Ultra: 30.4 GB/s). Der Grafikkern hat volle 16 Pixelpipelines (Radeon 9800 XT: 8, Geforce FX 5950 Ultra: 4) und ist mit 400 MHz getaktet. Dies verhilft dem NV40 zu einer Dreiecks-Transformationsrate von 600 Millionen Dreiecken pro Sekunde (Radeon 9800 XT: 412 Mio, Geforce FX 5950: 356 Mio).

Nvidia hat einen Hardware-MPEG De- und Encoder in den Chip integriert und dank 6 Vertex-Shader-Einheiten und unbegrenzt grossen Shader-Programmen eignet sich der NV40 erstmalig für 3D-Rendering in Produktionsqualität: Mental Ray, neben Renderman wohl der beliebteste High-End-Renderer unterstützt in Version 3.3 nun 3D-Chips, primär den NV40 via Nvidias Cg-Shadersprache. Auch Apples in Tiger kommendes Core-Image und Core-Video wird davon deutlich profitieren.

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