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Neue Leopard-Vorversion: In schwarzem Lack und mit Flash-Technik

11.12.2006 | 13:09 Uhr |

Ein neuer Leopard-Build, den Apple am Wochenede ausschließlich an Mitarbeiter verteilt hat, eröffnet neue Einsichten. Und neue Ansichten, denn die Anzeichen für ein Ende der bekannten Oberfläche im Aqua-Look mehren sich.

Kaum veröffentlicht, finden sich die Neuerungen in Mac OS X 10.5 schon auf ersten Blogs und Nachrichtenseiten. Dabei sollten sogar die ADC-Entwickler die neue Version erst im Laufe des Monats bekommen, vielleicht erst kurz vor der Macworld Expo in San Francisco. Denn einige Neuigkeiten bieten Raum für Interpretationen, andere aber dürften ohne große Veränderungen in die finale Leopard-Version einfließen.

Schwarz und glänzend könnte der Aqua-Nachfolger werden. Laut der Seite MacShrine , die die Details zum neuen Leopard-Build 9A326 als eine der ersten veröffentlicht hat, hat Apple auch mit diesem Update wieder mehr schwarze Bedienelemente in die Oberfläche eingebaut. Schwarze MacBooks, der Entwurf einer schwarzen Apple-Seite ( wir berichteten ) und das schwarze Leopard-Logo könnten nur der Anfang gewesen sein. Gleichzeitig streut die Apple Gazette das Gerücht, die neue Oberfläche in Mac OS X 10.5 werde "Illuminous" heißen und Apple werde sie während der Macworld Expo zum ersten Mal der Öffentlichkeit zeigen. Bereits im Frühjahr hat Apple über die Jobsuche Monster.com einen Designer gesucht, der die Weiterentwicklung von Aqua leiten sollte. Er könnte allerdings auch für die etwas buntere Oberfläche verantworlich zeichen, die Apple mit iTunes 7 eingeführt hat.  

NAND-Flash als Zwischenspeicher

Doch nicht alles am neuen Leopard-Build ist schwarzer Schein. Auch unter der Oberfläche sollen einige spektakuläre Neuigkeiten stecken. Zum ersten Mal arbeite die Vorversion von Mac OS X 10.5 zur Unterstützung der Festplatte mit Flash-Speicher. Der wird als Zwischenspeicher verwendet, macht den Zugriff schneller und sorgt dafür, dass Notebooks die Festplatte früher abschalten können und weniger Strom verbrauchen. Eine solche Technik steckt sowohl in Windows Vista als auch in kommenden Festplatten-Modellen mehrerer Hersteller sowie unter dem Namen "Robson" in Intels Notebook-Chipsatz "Santa Rosa", der Anfang 2007 auf den Markt kommen dürfte. macnews.de hat mehrmals über die verschiedenen Umsetzungsmöglichkeiten einer solchen Technnik berichtet . Die enge Zusammenarbeit Apples mit Intel lässt allerdings darauf schließen, dass der Mac-Hersteller auf Robson setzen wird und dafür eine Anbindung in Mac OS X zur Verfügung stellt.  

Sync Manager ersetzt iSync

Auch aus Tiger bekannte Funktionen baut Apple aus und verändert sie bis zur Unkenntlichkeit: iSync etwa suche man im aktuellen Build vergeblich, so die ersten Quellen. An die Stelle des Synchronisationsprogramms, das Adressbuch, Kalender und weitere Datenbanken mit Handys und PDAs ableicht, rücke eine neue Anwendung namens "Sync Manager". Ersten Berichten zufolge scheint in Mac OS X 10.4 getrennt präsentierte Funktionen unter einem Dach zu vereinen: iSync mit den Sync-Services und dem Zugriff auf .Mac.  

Scheinwerfer aufs Netzwerk

Apple hat Spotlight weiter ausgebaut. Auf Grund bisher bekannter Änderungen - etwa kann die Suche auch Rechenaufgaben lösen und Maße umrechenn - lässt sich schließen, dass sie in Leopard eine noch zentralere Rolle einnehmen wird als bislang noch in Mac OS X 10.4. Spotlight soll in der aktuellen Vorversion auch nach einer größeren Auswahl von Metadaten suchen, und zwar nicht nur auf dem eigenen Computer. Ab Mac OS X 10.5 soll die Suche auch Macs im Netzwerk durchforsten können, zumindest die freigegebenen Verzeichnisse.  

TextEdit liest's

Schließlich könnte sich mit einer neuen TextEdit-Version eine kleine Sensation am Rande anbahnen - je nachdem, wie schnell Apple Leopard auf den Markt bringt und wie schnell Microsoft ein Mac-Plug-in für das neue Word-2007-Format zur Verfügung stellt ( wir berichteten ). Denn während man die Dateien unter Mac OS X bislang noch nicht öffnen kann, wird TextEdit sie nicht nur lesen, sondern Texte sogar in dieses Format exportieren können. Apple könnte es folglich früher schaffen, das neue Word-Format auf dem Mac zu lesen, als Microsoft selbst.  

Kleinere Verbesserungen

Am Rande scheint es aber nicht nur kleine Sensationen zu entdecken zu geben, sondern auch jede Menge handfeste Verbesserungen und Bugfixes: QuickTime stürze nicht mehr ab, das Drucken soll besser funktionieren und der Datenaustausch mit Apples .Mac-Abo deutlich flüssiger laufen. Schließlich sei der Leopard-Build 9A326 bereits sehr stabil und boote schneller - auch ohne Flash-Speicher. Safari 3 soll einen verbesserten RSS-Support bieten, mit dem sich Video- und Audio-Podcasts auch direkt im Browser ansehen lassen. Und Boot Camp trage jetzt die Versionsnummer 1.2, wenn sich auch keine Veränderungen feststellen lassen.

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