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Neue Mac-Beta von Open Office

15.10.2002 | 12:14 Uhr |

Die kostenlose Office-Suite für Mac-OS X schreitet in ihrer Entwickung immer mehr voran.

München/Macwelt - Open Office ist die von Sun freigegebene Open-Source-Version der Bürosuite Star Office. Die immer öfter in Büros verwendeten kostenlosen und kommerziellen Versionen für Windows oder Linux haben offenbar mittlerweile mehr Akzeptanz als die früheren Microsoft-Office-Rivalen Lotus Smartsuite oder Corel Office. Auch eine Version für Mac-OS X ist in der Entwicklung, das von freiwilligen Programmierern getragene Projekt ist aber noch nicht auf dem gleichen Stand wie die Projekte für Windows, Linux oder Solaris. Mit der neuen Betaversion entwickelt sich aber langsam eine Ernst zu nehmende Alternative für den Mac.
Im Gegensatz zu anderen Mac-Programmen ist ein "kurzes Ausprobieren" aber nur nach einigen Umwegen möglich. So ist für die Nutzung von Open Office bisher immer noch ein installiertes X-Windows-System wie etwa XFree86 und XDarwin. erforderlich, da die Betaversion für Mac-OS X 10.2 konzipiert ist, muss übrigens auch dieses Windows-System mit Jaguar kompatibel sein. Die Oberfläche und die Funktionen können ihre Herkunft aus der Windows- und Linux-Gemeinde folglich nicht verhehlen. Eine Version für Aqua, die sich besser in Mac-OS X integriert, ist zwar geplant, wird aber noch einige Zeit auf sich warten lassen.

Der Download der aktuellen Betaversion von Open Office umfasst stolze 103 MB. Zum Paket gehören dabei neben einem Präsentations- und Zeichenprogramm eine funktionsreiche Textverarbeitung und eine Tabellenkalkulation. Auch ein Konfigurationsprogramm für die Aktivierung der Druckfunktionen gehört zum Lieferumfang.
Neben einer Vielzahl an Fehlerkorrekturen unterstützt das Beta-Programm jetzt auch alle mit Mac-OS X 10.2 kompatiblen Drucker, was dank der neuen Drucktechnologie CUPS von Jaguar eine ganze Menge sind. Hauptvorteil des Programmes gegenüber "echten" Mac-OS X-Programmen ist jedoch die gute Unterstützung von Microsoft-Office-Formaten. Allein für das Konvertieren aktueller Office-Dokumente kann das Programm eine echte Hilfe sein. Für die tägliche Nutzung als Textverarbeitung schleppt das Programm noch zu viel Ballast mit sich herum: So kann es auf einem iMac mit 400 MHz etwa eine halbe Minute dauern, bis das Programm gestartet ist.
Als echte Alternative zu Apple Works oder Office X kann man die neue Open Office-Suite Büroanwendern immer noch nicht empfehlen. Sollten jedoch genug Entwickler beim Projekt bleiben, könnte sich das Programm zu einem ernsthaften Microsoft-Konkurrenten entwickeln.
Stephan Wiesend
Info: Open Office Org Internet porting.openoffice.org/mac

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