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Neue Mac-OS X-Beta von Ragtime

06.12.2002 | 13:16 Uhr |

Die zweite Beta der Office-Alternative aus Deutschland ist ab sofort verfügbar, der Hersteller hat einige neue Funktionen implementiert.

Seit heute ist eine zweite Betaversion der Bürosoftware Ragtime zu haben. Das seit 1986 verfügbare Mac-Programm aus deutschen Landen bietet neben einer Tabellenkalkulation, einem funktionsreichen Zeichenmodul und einem einfachen Präsentationsmodul eine ausgefeilte Textverarbeitung. Das multilinguale Programm ist auch mit Wörterbüchern für die Sprachen Englisch, Französisch, Schweizerdeutsch und Niederländisch erhältlich.

Erste Neuerung der bis 28. Februar lauffähigen Beta ist eine Mac-OS X-Version von Filetime. Dabei handelt es sich um eine Programmerweiterung die Verknüpfungen eines Ragtime-Dokumentes mit einer Filemaker-Datenbank ermöglicht: Mit dieser Funktion können etwa einfach zu aktualisierende Kataloge erstellt oder Etiketten ausgedruckt werden. Für Büroanwender interessant: Das in Mac-OS X integrierte Adressbuch kann aus Ragtime angesprochen werden, eine Vielzahl an programmierbaren Funktionen erlaubt ein automatisches Adressmanagement.
Neu ist die Unterstützung von UFS-Volumes, dem von Mac-OS X unterstützten Unix-Dateiformat sowie eine Rechtschreibprüfung für Schweizer Anwender. Zusätzlich bietet die neue Betaversion eine Vielzahl an Fehlerkorrekturen.

Distiller macht Probleme


Probleme macht noch die Erzeugung von PDFs für Druckereien. Ragtime setzt für die Erstellung qualitativ hochwertiger Dateien auf den Acrobat Distiller, der bisher nur in der Classic-Umgebung läuft. Um ein PDF zu erstellen, startet Ragtime den Distiller, es kann jedoch passieren, dass nach Erzeugung des PDFs Ragtime abstürzt. Diese laut Ragtime "hohe Absturzwahrscheinlichkeit" tritt nur unter Mac-OS X 10.2.2 auf, die Qualität der PDFs ist jedoch nicht betroffen.

Probleme macht in der aktuellen Beta auch der Ausdruck, sofern ein Textfeld aktiviert ist. Klickt man vor dem Drucken in den Randbereich eines Ragtime-Dokumentes, druckt das Programm reibungslos.
Ein weniger auffälliges Problem betrifft den Umgang mit Vorlagen: Ragtime verwendet für Formularblöcke (standardisierte Vorlagendokumente) ein anderes Konzept als der Finder des Mac-OS X. Öffnet man einen Ragtime-Formularblock mit Doppelklick, wird vom Apple-Betriebssystem eine Kopie der Datei erzeugt und kein Formular "abgerissen" wie es von den Ragtime-Programmierern seit 1986 implementiert war. Dadurch entstehen zusätzliche Kopien, die den Ursprungsordner unnötig füllen. Ragtime empfiehlt deshalb, Formularblöcke über den Öffnen-Dialog von Ragtime zu nutzen.

Ab Februar soll die finale Version erhältlich sein, ein Update von einer Version 5.6 kostet 100 Euro. Die Vollversion kostet 850 Euro. Voraussichtlich wird es auch wieder eine kostenlose Privat-Version für nichtkommerzielle Anwender geben.

Stephan Wiesend

Info: Ragtime Telefon (D) 02 10 3/9 65 70 WEB www.ragtime.de

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