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Neue Macs: Es dauert noch

11.11.1999 | 00:00 Uhr |

Wie bereits berichtet , erhalten Fachhändler von Apple nur sehr wenige bis gar keine der sogenannten Consumer-Macs iMac und iBook.

Wir fragten in den letzten Tagen weitere Fachhändler nach ihren Erfahrungen mit Apple in letzter Zeit und ihrer Meinung zum Geschehen.

Der Versender All Around My Mac kann zwar liefern, aber nur kleine Mengen. Von 20 bestellten iMacs können 8 kurzfristig verschickt werden.

Comspot begrüßt Apple's neue Marketingstartegie und hat keine Angst vor dem Ansturm neuer Kunden, die wohl recht elementare Fragen stellen. Auch diese Kunden solle man erreichen, insgesamt könne diese Entwicklung dem Marktanteil Apple mittelfristig und auch den Umsätzen der Fachhändler nur helfen. Dies gelte jedoch nur dann, wenn man sich nicht versperrt. Comspot hätte seit vier Monaten weder iBooks noch iMacs erhalten- aber gerade habe man neue iMacs bekommen.

Ein Fachhändler aus Hannover bemängelte Apples Äußerungen aus dem Oktober: so soll Apple Relationen von gewünschten zu lieferbaren Produkten mitgeteilt haben, die nicht im Mindesten der Realität entsprachen. Erst Ende Oktober sollen dort die ersten iMacs und G4-Power Macs eingetroffen sein.

"Keine Chance mehr auf Umsatz"

Pandasoft Mail aus Berlin sorgt sich gar nicht mehr um Umsatz, zur Zeit sei dort nur einziger Power Mac am Lager, ein G4-Power Mac. Diese Lieferflaute soll bei diesem Versender seit Oktober herrschen.

Cassandra aus Berlin bestätigt die Annahme, dass Apple nur Karstadt und andere Retailer mit Consumer-Macs beliefert. Der Mitarbeiter stellte die Frage, wer denn für die Retailer den Support übernehmen solle. Immerhin soll Cassandra G4s mit 400 MHz vorrätig haben.

Ein Fachhändler aus dem süddeutschen Raum klagt, von Apple seit drei Wochen keine Ware mehr bekommen zu haben. Bei 1 Prozent Marge sei mit dem Verkauf von Apples Power Macs kein Profit mehr möglich. Fraglich sei nur noch, ob Apple manchem Händler finanziell das Genick brechen wolle. Abschließend sagte der Mitarbeiter, dass dahinter die Strategie stecken könnte, sogenannte kleine Klitschen aus dem Wege zu räumen.

Kritik an Apples Marketing?

Keiner der Angesprochenen ärgerte sich aber über Apples Entscheidung, Consumer-Macs dort anzubieten, wo der größte Teil der Adressaten von Apples neuen TV-Werbespots sie erwartet. Die mangelnde Verfügbarkeit von iBook und iMac in ihren eigenen Regalen ist jedoch für viele ein ernsthaftes Problem.

Georg Albrecht, Pressesprecher bei Apple Deutschland, sagte uns am Donnerstag dazu: "Die Lieferlage ist zwar angespannt, jedoch werden von uns weiterhin alle Händler beliefert, nicht nur Retailer." Die von einigen Händlern angesprochenen Relationsschlüssel zwischen Bestellung und Lieferbarkeit mochte Albrecht nicht kommentieren.

Verfügbarkeitsliste: Das Warten hat noch kein Ende

Mittlerweile liegt uns eine Liste vom 9. November 1999 vor, die genau diese (Nicht-)Lieferbarkeit dokumentiert. Sie wurde von Apple an Händler geschickt, und in ihr erscheinen zur Lieferbarkeit der iMacs die folgenden Zahlen: Beim 350-MHz-Modell sollen demnach bis Ende November durch mehrere Teillieferungen 70 Prozent der "offenen Bestellungen" vom 9. November erfüllt werden können, beim iMac-DV auch wieder in Teillieferungen 68 Prozent und beim iMac-DV Special Edition gerade mal 53 Prozent.

Zur möglichen Lieferung von G4-Power-Macs variieren die Zahlen auf der Liste zwischen 4 und 41 Prozent. Im Einzelnen sind dies: Bei den alten Modellen mit 400 und 450 MHz nur noch Erfüllung der früheren Bestellungen in der 45. und 46. Kalenderwoche (KW). Von G4s mit 350 MHz sollen ab der 47. KW so viele Exemplare kommen, dass die offenen Bestellungen vom Stichtag 9. November zu 41 Prozent abgebaut werden, solche mit 400 MHz ab der 47. Kalenderwoche zu 30 Prozent. Besonders mager soll es bei den G4 mit 450 MHz zugehen: Hier ist von Apple gerade mal 25 Prozent für die 47. Kalenderwoche zugesagt.

Die Lage ist bei den iBooks laut Liste etwas besser, für die Blueberry-Version beträgt die Verfügbarkeitsquote 32 Prozent, das tangerinefarbene iBook hat hier die schlechtere Quote mit 25 Prozent. Powerbooks mit 333 und 400 MHz sollten im Mittel zu 38 Prozent eintreffen, hier soll wie bei den G4 das schnellere Modell mit nur 32 Prozent weniger gut verfügbar sein.

G4 Power Mac Server werden erst am Ende des Monats November "buchbar" sein, so die Liste.

Ein Fachhändler sagte zu diesem Thema: Mit Apples Verlautbarungen zur Lieferbarkeit sei es "wie mit dem Hahn auf dem Mist, ob er kräht oder nicht, Du weißt nicht, wie das Wetter ist". Nicolas Arndt

Info: All Around My Mac, Internet: www.aamm.de , ComSpot, Internet: www.comspot.de , Pandasoft Mail, Internet: www.pandasoftmail.de , Cassandra, Internet:

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