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Neue Macs auf dem Prüfstand

11.08.2000 | 00:00 Uhr |

Während die neuen iMacs bis auf den neuen, schnelleren Grafikchip (ATI Rage 128 Pro) hauptsächlich eine kosmetische Korrektur erfahren haben, trumpfen die beiden Spitzenmodelle der G4-Macs mit zwei G4-Prozessoren auf, von denen jeder auf einen eigenen 1024 KB großen Backside-Cache zugreifen kann.


Während die neuen iMacs bis auf den neuen, schnelleren Grafikchip (ATI Rage 128 Pro) hauptsächlich eine kosmetische Korrektur erfahren haben, trumpfen die beiden Spitzenmodelle der G4-Macs mit zwei G4-Prozessoren auf, von denen jeder auf einen eigenen 1024 KB großen Backside-Cache zugreifen kann.

von Markus Schelhorn

Unter den G4-Macs gibt es nun eine noch klarere Abgrenzung von den beiden Spitzenmodellen mit zwei Prozessoren zu dem Einstiegsgerät, das mit einer CPU auskommen muss. Damit man allerdings in den vollen Genuß der multiprozessorfähigen Königsklasse kommt, müssen auch die eingesetzten Programme sowohl die Velocity-Einheit des G4-Prozessors als auch die Multiprozessoren unterstützen, da Mac-OS 9 dies nicht vom Betriebssystem her gewährleisten kann. Anders wird es mit dem bald erhältlichen Mac-OS X sein, das Multiprocessing beherrscht. So brauchen Anwendungen unter Mac-OS X nicht extra für Multiprozessoren optimiert sein. In unseren Tests sind die Sorenson-Erweiterung für Quicktime, Cinema 4D XL und Sound Jam sowohl Velocity- als auch Multiprozessor beschleunigt. Bei Photoshop sind wir auf ein Problem gestoßen: Verwendet man die mit dem Rechner mitgelieferte Erweiterung für Multiprocessing, berechnet Photoshop in einigen Filtern die Bilder falsch und bringt ein verstümmeltes Ergebnis. Erst nachdem wir die aktuelle Multiprocessing-Erweiterung (Version 5.5.2) von der Adobe-Webseite herunter geladen haben, funktioniert alles wie gewünscht. Allerdings beschleunigt Adobe mit seinen Plug-Ins nicht alle Funktionen von Photoshop für Velocity (Altivec) oder Multiprozessoren. Nutzt man die Leistung der Multiprozessoren, ist auch der Aufpreis vom "kleinsten" G4-Mac zu den Multiprozessoren-Varianten lohnend. Neu ist bei allen Power Macs G4 die schnellere Ethernet-Schnittstelle, die nun bis zu ein Gigabit pro Sekunde erreicht. Dies jedoch nur mit speziellem Kabel, über das herkömmliche Unshilded-Twisted-Pair-Kabel der Klasse 5 fließen die Daten nur mit 100 MBit/s. Erfreulich ist, dass man nun kein gekreuztes Ethernetkabel mehr braucht, wenn man zwei Macs direkt miteinander verbinden will. Die Ethernetschnittstellen der neuen Macs stellen sich automatisch auf diese Verbindungsart ein.

Neben größeren Festplatten ist bei den iMacs die einzig technische Verbesserung der schnellere Grafikchip ATI Rage 128 Pro. Auch das Aussehen hat Apple verändert, die neuen iMacs sind nun transparenter als die Vorgängermodelle. Statt drei iMac-Varianten schickt Apple nun vier verschiedene Modelle in das Rennen. Das bisherige Einstiegsmodell hat Apple auf 400 MHz getaktet, um zwei Firewire-Schnittstellen erweitert und nennt es nun iMac DV. Das kleinste Modell hingegen ist ein abgespeckter iMac, der weder Anschlüße für Firewire noch für Airport bietet. Dieses Modell steht uns derzeit leider noch nicht zum Testen zu Verfügung. Obwohl die iMacs den gleichen Grafikchip wie die G4-Macs verwenden, ist die Grafikleistung der iMacs deutlich geringer. Dies liegt neben den langsameren Grafikbus mit 66 MB/s auch an den 8 MB großen Videospeicher. Die G4-Macs nutzen 16 MB Videospeicher und einen132 MB/s schnellen Grafikbus. Obwohl die Grafikleistung deutlich geringer ist, lassen sich 3D-Spiele bei einer Auflösung von 800 mal 600 Pixel flüssig spielen. Auch die Festplatten der iMacs sind im Vergleich zu den G4-Kollegen deutlich langsamer, was an den nur 33 MB/s schnellen Ultra-ATA-Bus liegt. Die neuen iMacs lassen sich nicht mehr über die Tastatur einschalten. Zwar ist das mit der neuen Tastatur ohnehin nicht mehr möglich, da diese keine Einschalttaste mehr hat, aber auch mit der älteren USB-Tastatur scheitern wir beim Einschaltversuch. Der Grund dafür sind Probleme mit einigen USB-Geräten, die ein Einschaltsignal an den Mac schicken und diesen dann ungewollt zum Leben erwecken.

Fazit

Obwohl man erst mit Mac-OS X in den vollen Genuss der Multiprozessoren kommt, lohnt sich ein solcher G4-Mac auch für diejenigen, die hauptsächlich multiprozessorfähige Programme unter Mac-OS 9 verwenden. Die neuen iMacs bestechen neben einem besseren Grafikchip auch durch größere Festplatten gegenüber den Vorgängermodellen. Zudem gesellt sich noch eine Lowcost-Variante dazu, die knapp unter der magischen 2000-Mark-Grenze liegt.

Das hat sich bei den iMacs geändert
Neuer, schnellerer Grafikchip (ATI Rage 128 Pro)vier statt bisher drei iMac-Modelle (iMac, iMac DV, iMac DV Plus und iMac DV SE) neue Farben iMac SE neben graphite auch als Snow Einstiegs-iMac ohne Airport-Schnittstelle iMac DV ohne DVD-Laufwerk Größere FestplatteniMac läßt sich nicht mehr über Tastatur einschaltenAppleworks 6 und iMovie 2 im LieferumfangNeue erweiterte Tastatur und optische Maus im Lieferumfang

Das hat sich bei den G4-Macs geändert
Multioprozessor bei den Modellen mit 450 MHz und 500 MHz. Kein interner Firewire-Steckplatz mehr Größere FestplatteEthernetanschluß für bis zu 10/100/1000BaseT-EthernetNeuer digitaler Monitoranschluß mit Stromversorgung für MonitorNeue erweiterte Tastatur und optische Maus im Lieferumfang

Übersicht über alle neuen Modelle...

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