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"Neue Ökonomie" ist im Kommen

10.07.2000 | 00:00 Uhr |

In Deutschland wird sich nach Einschätzung von
Wirtschaftsminister Werner Müller wie in den USA mittelfristig eine
«Neue Ökonomie» mit einer langanhaltenden Aufschwungphase entwickeln.

In seinem Wirtschaftsbericht 2000 stelle der parteilose Minister
einen deutlichen Beschäftigungszuwachs und hohe Produktivitätsraten
in Aussicht, berichtet das Nachrichtenmagazin «Der Spiegel». Müller
werde den Bericht in der nächsten Woche vorstellen.

Bis 2010 würden, angetrieben durch die Unternehmen rund um das
Internet, allein in der Informations- und Kommunikationsindustrie 750
000 neue Arbeitsplätze entstehen. Schon in diesem Jahr könne sich die
Zahl der Beschäftigten, die in Betrieben des Neuen Markts arbeiten,
um 80 000 erhöhen und damit fast verdoppeln. Dienste- und
Programmanbieter für das Internet, die noch nicht an der
Wachstumsbörse gehandelt würden, schafften noch einmal rund 60 000
neue Arbeitsplätze in diesem Jahr.

Nach Einschätzung des Münchner Unternehmensberaters Roland Berger
werden viele Internet-Unternehmen scheitern oder übernommen werden.
Dies gelte vor allem für Firmen, die «nur eine Idee kopieren und
keinen echten Mehrwert für den Kunden schaffen», sagte Berger der
«Welt am Sonntag». Überleben würden dagegen Unternehmen, die schnell
einen großen Marktanteil erobern, eine bekannte Marke aufbauen sowie
ein innovatives Team und zuverlässige Kapitalgeber gewinnen. «The
Winner takes it all, gilt im Internet mehr denn je», bekräftigte
Berger.

Berger nannte es nicht bedenklich, wenn die Internet-Firmen große
Verluste schreiben, solange Geschäftsmodell und Finanzierung
stimmten. «Denn es werden Vorleistungen für Wachstum und
Marktführerschaft erbracht, die über die Zeit zu saftigen Gewinnen
führen, wenn das Angebot stimmt», sagte Berger der Zeitung.
dpa

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