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Neue Profi-Rechner von Apple

10.01.2001 | 00:00 Uhr |

Apple hat seine Hausaufgaben gemacht und schnellere Power Macs und ein neues Powerbookb mit G4-Prozessor vorgestellt. Unter dem Motto "Power to burn" zeigen sich neben den erwarteten Features auch einige Überraschungen an Bord.

Auf der Keynote stellte Steve Jobs neben vier neuen Power Macs G4 auch zwei neue Powerbooks vor, die erstmals mit einem G4-Prozessor bestückt sind. Neue Consumer-Rechner wie iMac oder iBook wurden nicht präsentiert. Die hat sich der Apple-Boss anscheinend für die Macworld in Tokio aufgehoben, die Ende Februar stattfindet.

Neue Power Macs G4

Während sich die Hoffnung auf völlig neue Rechner nicht erfüllt hat, überraschte Steve Jobs mit einigen Details: So kommen die neuen G4-Macs mit vier PCI-Steckplätzen statt bisher drei. An Stelle der bei Apple üblichen ATI-Grafikkarte steckt in den neuen G4-Macs eine Nvida Geforce2 mit 32 MB Videospeicher. Eine Ausnahme dabei ist das 466 MHz schnelle Einstiegsmodell, das weiterhin mit der ATI Rage Pro 128 kommt. Über den Apple-Store kann man jedoch weiterhin ATI-Radeon-Grafikkarten als Option für seinen Rechner auswählen. Mit Nvida ist Apple erstmalig seinem Hoflieferanten ATI untreu geworden.

Auch die Hauptplatine hat Apple aufgemöbelt. So tauschen Prozessor und Arbeitsspeicher Daten nun mit einer Geschwindigkeit von 133 MHz statt bisher 100 MHz. Auch die Geschwindigkeit der AGP-Schnittstelle hat sich von dem mit 133 MHz getakteten AGP-2X-Steckplatz auf den 266 MHz schnellen AGP-4X-Standard erhöht.

Bis auf das Flagschiff haben sich alle G4-Macs von DVD verabschiedet, statt dessen werkeln jetzt CD-Brenner in den Rechnern, die CD-R-Medien mit achtfacher und CD-RW-Medien mit vierfacher Geschwindigkeit beschreiben. CDs lesen die Geräte mit bis zur 32facher Geschwindigkeit. Das stärkste Modell, der G4 mit 733 MHz, besitzt ein Kombilaufwerk von Pioneer, das neben herkömmlichen CDs auch DVD-Medien beschreiben kann. Während das Kombilaufwerk beim Beschreiben der CD-R- und CD-RW-Medien die gleiche Geschwindigkeit wie das CD-RW-Laufwerk schafft, liest es CDs nur mit bis zur 24facher Geschwindigkeit. DVD-Medien liest das Kombilaufwerk mit maximal sechsfacher Geschwindigkeit, während es DVD-R-Medien mit bis zur zweifacher Geschwindigkeit beschreiben kann. Das ist in sofern eine kleine Sensation, da bisher ein DVD-Brenner allein schon soviel kostet wie der Komplette G4-Mac mit DVD-Brenner. Eine Hürde stellte bisher das Kodieren der Filme ins Mpeg-2-Format dar, das laut Steve Jobs per Software bisher die 25fache Dauer einer Filmlänge in Anspruch nimmt. Die mit dem Rechner ausgelieferte neue DVD-Anwendung iDVD schafft diese Rechenaufgabe auf dem G4-Mac nach Aussagen von Apple mit zweifacher Geschwindigkeit. Erschwinglicher werden auch DVD-R-Medien, die Apple für 10 US-Dollar (25 bis 30 Mark) pro Stück anbietet. Bisher musste man für die Medien mindestens 70 Mark bezahlen. Schön wäre für die "kleineren" Modelle ein CD-Brenner, der auch DVD-Medien lesen kann. Vielleicht beglückt uns Apple damit, sobald Lieferant Matushita solche Laufwerke im Programm hat.

In vier Varianten bietet Apple den neuen Power Mac G4 an. Die G4-Macs mit 466 und 533 MHz sind angeblich sofort zu haben, auf die Spitzenmodelle mit 667 und 733 MHz müssen wir wohl bis Februar warten. Grund dafür ist der weiter entwickelte G4-Prozessor, der nun den Level-2-Cache im Chip integriert hat. Als Backside-Cache kommt bei den Spitzenmodellen der Level-3-Cache zum Einsatz, der wie der bisherige Level-2-Cache 1024 KB groß ist. Über den Apple-Store kann man das 533 MHz schnelle Modell mit einer Dualprozessor-Karte ordern, zudem gibt es für 8000 Mark einen 533 MHz schnellen G4-Server, wahlweise mit Apple Share IP oder Mac-OS X Server. Apple muss seine Lagerbestände abbauen, daher bietet der Mac-Hersteller die schon verfügbaren Dualprozessor-Macs mit 400 und 500 MHz weiterhin zu reduzierten Preisen an.

Powerbook G4

Mit den Stichworten "Power" und "Sex" hat Steve Jobs zwei neue Powerbooks vorgestellt, die mit einem G4-Prozessor bestückt sind und Ende Januar in die Verkaufsregale gelangen sollen. Das Gehäuse der Geräte besteht aus Titanium, was dem Powerbook ein edles Äußeres gibt, Gewicht spart und zudem robuster als das bisherige Plastikgehäuse sein soll. Am auffälligsten ist das flache Design des portablen G4-Macs, das mit 2,6 Zentimeter Höhe sogar flacher ausfällt als das Sony Vario. Was der Sony-Konkurrent nicht bietet, ist ein eingebautes DVD-Laufwerk, wie es das Powerbook G4 besitzt. Das Laufwerk kommt ohne Schlitten aus und zieht die CD automatisch ein (Slot Loading). Maßstäbe setzt Apple mit dem 15,2 Zoll großen Display, das bisher kein anderer Hersteller für seine Nortebooks verwendet.

Wie sein Vorgängermodell kommt auch das Powerbook G4 mit Schnittstellen für Firewire, USB, Video (VGA und S-Video), Tonausgang und einem PC-Card-Steckplatz, der Karten der Typen I und II aufnehmen kann. Außerdem bietet der portable G4-Mac eine 4 MBit/s schnelle Infrarotschnittstelle nach dem Irda-Standard und einem Steckplatz für die Airport-Karte. Auch der Grafikchip ist derselbe geblieben. Wie im Powerbook G3 und den iBooks arbeitet im Powerbook G4 eine ATI Rage Mobility 128. Dafür muss das Powerbook G4 mit nur einem Firewire-Anschluss auskommen und bietet keinen analogen Toneingang. Man kann hier nur eine Batterie verwenden, die für etwa fünf Stunden Betrieb reichen soll. Das Vorgängermodell hat Platz für zwei Batteriemodule und erreicht so eine Betriebszeit von etwa zehn Stunden.

Das Powerbook G4 gibt es in zwei Ausführungen, einmal mit 400 MHz und mit 500 MHz. Für das 9300 Mark teure Spitzenmodell zahlt man 2300 Mark mehr als für den "kleinen" Kollegen. Das ist ein satter Zuschlag für lediglich 100 MHz mehr Prozessortakt, 128 MB mehr Arbeitsspeicher und eine 10 GB größere Festplatte.

Markus Schelhorn

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