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Neue Push-Dienste machen dem Blackberry Konkurrenz

19.04.2006 | 09:59 Uhr |

E-Mails senden und empfangen kann inzwischen fast jedes Handy. Man weiß nur nie, wann Post da ist und muss sich immer wieder manuell mit dem E-Mail-Server verbinden. Vielschreiber und Business-Anwender winken da genervt ab. Sie nutzen Push-Dienste, die neue Post automatisch zustellen. Neben dem bekannten Blackberry-Angebot gibt es eine Vielzahl weiterer Dienste.

Inzwischen besitzen 53 Prozent aller Handy-Nutzer ein E-Mail-fähiges Mobiltelefon. Das geht aus der Mobinet-Studie 2005 der Unternehmensberatung A.T. Kearny und der Cambridge University hervor. 56 Prozent rufen mindestens einmal im Monat mobil ihre Mails ab oder surfen im Internet. «Da die Preise inzwischen überschaubar sind, ist Push-E-Mail aufs Handy auch für Privatleute interessant», sagt Markus Weidner vom Telekommunikations-Portal «teltarif.de» in Berlin.

Damit neue Mails sofort ihren Weg auf das Mobiltelefon finden, halten Push-E-Mail-fähige Handys per Datenfunk GPRS oder UMTS stets Verbindung zum Server. Privatleute, die den Blackberry-Dienst des kanadischen Unternehmens Research in Motion (RIM) nutzen möchten, werden bei allen Netzbetreibern fündig. Voraussetzung ist ein Handy-Laufzeittarif. E-Plus und T-Mobile verkaufen den E-Mail-Push-Dienst von Blackberry mit fünf Megabyte (MB) Datenvolumen für 17,40 Euro im Monat. Beim gleichen Inklusivvolumen verlangt Vodafone 15 Euro.

Wer bei O2 einen Business-Vertrag fürs Handy unterschreibt, bekommt den Blackberry-Dienst für 13,50 Euro im Monat. Allerdings ist nur ein MB Datenverkehr eingeschlossen. Attraktiver ist die Option mit 30 MB Inklusivvolumen für 19 Euro monatlich. Je nach Anbieter und Option kostet jedes zusätzliche MB 1,50 bis 3,90 Euro. «Es gibt aber durchaus Alternativen zu Blackberry - zum Beispiel von Microsoft», sagt Weidner. Wer ein Exchange-E-Mail-Postfach beim Provider Schlund + Partner aus Karlsruhe hat, kann Push-E-Mail kostenlos nutzen. Das Postfach kostet 10 Euro im Monat. Hinzu kommen die Kosten für die Datenübertragung über einen Mobilfunkbetreiber. Schreibfreudige, deren Handy die Programmiersprache Java versteht, werden bei der Main-Gruppe aus Stuttgart fündig. Dort bietet man den Dienst Push2you an - in der Erprobungsphase bis Mai 2006 sogar noch kostenlos. «Dann soll der E-Mail-Dienst zwei bis drei Euro im Monat kosten», sagt Geschäftsführer Jürgen Nicolai. Auch für diesen Dienst muss der Nutzer eine Datenoption bei seinem Netzbetreiber buchen. Mobilcom bietet über die Berliner Firma Space2go den Dienst E-Mail to go an. Dieser kostet mit 5 MB 8,90 Euro im Monat. Wer seinen Netzbetreiber wechselt, kann seinen Push-Dienst direkt bei Space2go buchen. Jährlich kostet das ab 40 Euro - allerdings ohne Inklusivvolumen für Daten. Datenpakete muss der Kunde extra kaufen. Eine Flatrate für Push-E-Mail hat der Internet-Provider 1&1 in Zusammenarbeit mit Vodafone im Programm: Wer sich zwei Jahre bindet, darf für monatlich 10 Euro unbegrenzt mailen und im Internet surfen. Noch vor Blackberry war das US-Unternehmen Danger vor allem in den Vereinigten Staaten mit einer Kombination aus Tastatur-Handy und Push-Dienst namens Sidekick erfolgreich. In Deutschland wird das Duo nur noch von T-Mobile vermarktet und kostet ab 20 Euro im Monat.

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