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App Store: Was jetzt wieder erlaubt ist

13.09.2010 | 09:24 Uhr |

Die weicheren Kriterien lassen nun Anwendungen zu, die es ursprünglich nicht in den App Store schafften.

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Mögliche Kandidaten wären nun zum Beispiel Google Voice und Admob, oder aber auch Cross-Plattform-Dienstprogramme von Adobe.

Apple hat kürzlich endlich überarbeitete Richtlinien für Entwickler veröffentlicht, die einen genaueren Einblick in die Bewertungskriterien zur Zulassung einer App in den App Store gewähren. Die Effekte der Überarbeitungen zeigen nun entspanntere Kriterien , wonach Anwendungen, die bisher auf Apple schwarzer Liste landeten, es nun in den App Store schaffen könnten.

Bisher abgelehnte Apps mit neuer Zukunft unter iOS:

Folgende Anwendungen könnten nun möglicherweise auf eine Wiederbelebung und Zulassung auf dem iPhone, iPod Touch und iPad hoffen:

Google Voice : Die Chancen stehen eher schlecht, da Google Voice auch weiterhin dank der Klausel "zu ähnlich einem bereits existierenden Apple-App" abgelehnt werden könnte. Dennoch schätzt Sean Kovacs, der Entwickler der Google Voice-basierten iPhone-App GV Mobile , dass er nun alle der über 110 neuen Richtlinien von Apple erfüllt und berichtete auf Twitter , dass Apple seine App zur erneuten Begutachtung eingeladen hat. Nach langem Hin und Her und Untersuchungen von FCC konnte Google im Sommer letzten Jahres lediglich eine web-basierte Google Voice App für das iPhone im App Store unterbringen.

Adobe Creative Suite 5 : Noch im April hatte Apple den Einsatz von Dienstprogrammen zur Cross-Plattform-Entwicklung ausdrücklich untersagt. Opfer war unter anderem Adobe Creative Suite 5 , mit der Anwendungen in Flash erstellt werden können, die Adobe dann automatisch in die iPhone-Programmiersprache Objective-C übersetzte. Adobe interpretiert nun die neuen Richtlinien als gute Nachrichten für Flash-Programmierer und will die Entwicklung seines CS5-iPhone-Flash-Entwicklers wieder aufnehmen. Diese Hintertür ändert jedoch nichts an der Tatsache, dass auch weiterhin die Ausführung von Adobes Flash oder Oracles Java auf Apples mobilen Plattformen unter iOS nicht unterstützt wird.

Admob : Eine der jüngsten Übernahmen von Google, die Werbe-Firma Admob für mobile Plattformen, hat nun Chancen, auch Reklame auf dem iPhone zu verkaufen. Die neuen Richtlinien von Apple erlauben Entwicklers eine größere Auswahl von Werbe-Firmen, und dies schließt nun auch Abmob und Adword von Google ein. Omar Hamoui, ein Vizepräsident für Produkt-Management bei Google feiert dies bereits als einen großen Durchbruch für Google und versprach umgehend die "bestmöglichen Lösungen und Formate für das iPhone zu entwickeln".

Kurz nach Googles Übernahme von Admob und dem zeitgleichen Launch von iAds sah das noch ganz anders aus. Apple überarbeitete seine Bedingungen für Entwickler derart, dass der Einsatz von Admob auf dem iPhone ausdrücklich ausgeschossen war.

Satire : Persönliche Attacken und Amateur-Apps bleiben auch in Zukunft ausgeschlossen, aber professionelle und politische Satiriker, Kabarettisten und Komiker können unter den neuen Richtlinien für ihre Apps auf Zulassung hoffen. Die bisherigen Kriterien von Apple sorgten für andauernde Spannungen. So wurde der Satiriker Mark Fiore ursprünglich abgewiesen, aber durfte nach Erhalt des Pulitzer-Preises erneut und dieses Mal erfolgreich mit seiner App New Toons Zulassung zum App Store beantragen.

Abgelehnte Apps ohne Zukunft unter iOS:

Außen vor bleiben auch nach Interpretation der weicheren Kriterien hoffentlich weitere " Furz-Apps ", d.h. Anwendungen ohne Nutzen oder Unterhaltungswert und Apps mit pornografischen, beleidigenden oder diskriminierenden Inhalten. Furz-Apps gibt es bereits in Hülle und Fülle - derzeit zählt der App Store fast 800 solcher Anwendungen.

Um Missinterpretationen vorzubeugen, verweist Apple bei der Auslegung von "Porno" strikt die Definition des Webster-Lexikons. Die gleichen Richtlinien will Apple in Zukunft auch auf Inhalte für das Apple TV anwenden. Steve Jobs kündigte am 1. September auf dem Special Event an, dass Apple-Kunden professionelle Inhalte und keine Amateur-Videos erwarten.

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