959590

Neue Screenshots von Leopard: Durchdachte Bedienung und mehr Schwarz

22.11.2006 | 11:24 Uhr |

Trotz dem bindenden Versprechen der ADC-Entwickler, nichts über die Vorversionen von Mac-OS X 10.5 zu verraten, tauchen immer wieder Screenshots zu neuen Leopard-Funktionen im Internet auf.

Kein Wunder, denn nach Tiger geistert auch Leopard wieder durch die Tauschbörsen und eine einzige undichte Stelle unter den Entwicklern der Apple Developer Connection kann bereits für eine rasche Verbreitung der geheimen Vorabversionen sorgen. Viel verraten die wenigen Bildschirmfotos zwar nicht, dennoch findet sich darunter immer wieder ein Hinweis auf neue Funktionen, die Lust auf das neue Betriebssystem machen und die Spannung steigern.

Nachdem die letzten Neuigkeiten in Leopard von einem Blog zur Vista-Entwicklung enthüllt wurden ( wir berichteten ), ist nun wieder eine Seite aus dem Mac-Lager an der Reihe: AppleInsider hat gestern Abend fünf Screenshots des letzten Entwicklerbuilds 9A303 ins Netz gestellt. Sie zeigen eine neue Vorschau-Version für Bilder, Details von Time Machine, eine verbesserte Web Clip-Funktion in Safari 3 und kleinere Arbeiten am Interface. Die großen unbekannten Neuerungen, die Apple während der WWDC 2006 im August versprochen hatte, sind das noch nicht - doch die Bilder führen Apples Arbeit am Detail vor Augen.

QuickLook

Die QuickLook-Funktion lässt sich in Leopard im Kontextmenü des Finders aufrufen. Sie zeigt eine Vorschau der gewählten Datei, ohne dass der Anwender dazu die Applikation Vorschau ("Preview") öffnen müsste. Die Funktion sieht ähnlich wie die Diashow-Funktion in Tiger aus, öffnet sich aber nicht im Vollbildmodus, sondern zunächst in einem halbtransparenten Fenster mit schwarzer Menüleiste. QuickLook stellt die aus der Diashow bekannten Icons zur Verfügung: Mit einem Klick stellt man in den Vollbildmodus um, mit einem weiteren öffnet man ein Bild in iPhoto. Im Gegensatz zur AppleInsiders Annahme, QuickLook sei eine zusätzliche Funktion, ist wahrscheinlich, dass QuickLook die Diashow-Funktion ersetzt - ein entsprechender Eintrag nämlich lässt sich auf dem Screenshot nicht mehr finden.

Time Machine

Apples neue Backup-Lösung und Versionsverwaltung erwarten die Anwender mit wachsender Spannung. Jetzt zeigt ein neues Bildschirmfoto: Sobald man eine neue Festplatte anschließt, lässt sie sich als Backup-Gerät für Time Machine definieren. Ein entsprechender Dialog fragt den Anwender: "Wollen Sie [das neue Gerät] als Backup-Festplatte für Time Machine verwenden?" Gleichzeitig gibt das Fenster den Blick auf ein neues Symbol frei: Während die Leopard-Vorversion USB- und FireWire-Festplatten wie bislang orange anzeigt, sind Backup-Platten für Time Machine grün. Im Icon signalisiert eine stilisierte Uhr mit einem Pfeil gegen den Uhrzeigersinn: Hier läuft die Zeit rückwärts.

Dashboard Web Clip

Bereits auf der WWDC hat Steve Jobs während seiner Keynote Dashboard Web Clip vorgestellt: Mit der neuen Funktion lässt sich aus einem Teil einer beliebigen Webseite schnell ein individuelles Widget bauen, die Shareware Dash Clipping stellt ähnliche Funktionen bereits unter Mac OS X 10.4 zur Verfügung. Im neuen Leopard-Build hat Apple die Technik ausgebaut und verbessert. Anstatt die gesamte Seite als Widget zu öffnen und dem Anwender erst dann zu erlauben, den gewünschten Ausschnitt zu definieren, findet die Auswahl direkt in Safari 3 statt, der nächsten Version des Apple-Browsers: Dort wählt man den gewünschten Teil der Webseite mit der Maus aus - ähnlich wie beim Auswählen eine Teils der Bildschirmanzeige für einen Screenshot. Erst dann klickt man auf Add und fügt das neue Widget dem Dashboard hinzu.

Pretty in Black

Leopard trägt mehr Schwarz. Mancher Verfechter klarer Oberflächen hofft, dass eine der großen von Steve Jobs versprochenen Neuerungen eine komplette Überabreitung der Benutzeroberfläche sein könnte, die wieder zu mehr Einheit in Mac OS X führt. Noch immer tummeln sich nebeneinander Menüs in gebürstetem Aluminium, Aqua-Elemente und die blauen Seitenleisten in Mail und iTunes. Dazu kommen schwarze, halbtransparente Elemente im Vollbildmodus von iPhoto, der Diashow, in QuickTime, iTunes und weiteren Anwendungen. Wenn sich auch noch nicht absehen lässt, was mit der Benutzeroberfläche im Allgemeinen passiert, so sprechen die Leopard-Screenshots doch für mehr schwarze Elemente: Das Bedienelement des Fenstermanagers Spaces jedenfalls hat Apple nun ebenfalls schwarz und halbtransparent gestaltet, es passt besser zum bereits im August vorgestellten Icon. Was bislang von Leopard ans Tageslicht kommt, ist bereits mehr, als Steve Jobs auf der WWDC gezeigt hat. Zudem lässt sich hinter den kleinen Verbesserungen manche größere Änderung vermuten. Bis zur Macworld Expo in San Francisco steigt die Spannung deshalb weiter: Dann könnte Steve Jobs während seiner Keynote am 9. Januar nicht nur die eine oder andere neue Hardware vorstellen, sondern auch eine neue Version von Leopard zeigen, die dem finalen Release bereits recht nahe kommt.

0 Kommentare zu diesem Artikel
959590