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Apples Manufaktur Foxconn erneut in der Kritik

15.10.2010 | 07:21 Uhr |

Die Menschenrechtsorganisation SACOM hat die Arbeitsbedingungen bei der chinesischen Manufaktur Foxconn kritisiert. Das Unternehmen fertig unter anderm iPads für Apple.

Apple Tablet iPad Aufmacher
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"Wir strengen uns noch mehr an, damit möglichst viele Menschen weltweit bald ihr iPad in den Händen halten können," hatte Apple im Frühjahr sinngemäß erklärt, als die Nachfrage nach dem iPad das verfügbare Angebot an Geräten weit überstieg. Dass diese Anstrengungen zu Lasten der in China beschäftigten Arbeiter gingen, behauptet nun die Menschenrechtsorganisation SACOM (Students and Scholars Against Corporate Misbehavior) in einem Bericht über Apples Vertragsmanufaktor Foxconn. Arbeiter hätten demnach in den Monaten vor dem Verkaufsstart des iPad zu kaum erträglichen Bedingungen schuften müssen. 12-Stunden-Schichten an 13 aneinander folgenden Tagen seien über Monate die Regel gewesen, berichten Foxconn-Arbeiter der Organisation. Für die Wochenendarbeiten habe es keine Gegenleistung gegeben, Arbeiter habe Foxconn trotz Übermüdung an die Werkbänke geschickt, klagt der SACOM-Bericht an. Die Arbeiter seien zu vertraglich vereinbarten Überstunden geradezu gezwungen gewesen, da die Grundlöhne zu niedrig waren.

Die Organisation befragte nach eigenen Angaben rund 100 Foxconn-Arbeiter außerhalb der Fabrik in Shenzen, im Mai und Juni habe man sich mit Undercoverrecherche in der Fabrik selbst ein Bild gemacht. SACOM habe Foxconn über insgesamt vier Monate beobachtet.

Foxconn gerät nicht das erste Mal in die Schlagzeilen, zuletzt erschütterte eine mit schlechten Arbeitsbedingungen in Zusammenhang gebrachte Selbstmordserie die Firma, die auch im Auftrag von Sony, Nokia, Dell oder HP Elektronik fertigt. Vor vier Jahren hatte Apple nach ähnlichen Vorwürfen die Arbeitsbedingung bei seinem Vertragsfertiger untersucht und war dabei zum Schluss gekommen, dass sich Foxconn weitgehend an die in einem Code of Condduct niedergeschriebenen Regeln zur Einhaltung von menschenwürdigen Arbeitsbedingungen halte.

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