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Neue Vorwürfe gegen Telekom

24.02.2003 | 15:22 Uhr |

Gegen die Deutsche Telekom und das Bundesfinanzministerium sind in Zusammenhang mit dem 3. Börsengang Mitte 2000 neue Vorwürfe erhoben worden. Nach einem Vorab-Bericht des ARD-Politikmagazins "Report" Mainz sollen Vorstand und Ministerium milliardenschwere Risiken verschwiegen und die Anleger möglicherweise getäuscht haben. Danach könnte der damalige Ausgabekurs überhöht gewesen sein. In der am Montag ausgestrahlten Sendung (ARD: 21.00 Uhr) berief sich das Magazin auf Aussagen des früheren Finanzvorstandes Joachim Kröske, der Vorstand und Aufsichtsrat vor überteuerten Zukäufen gewarnt haben soll.

Dabei geht es um den Erwerb der britischen Mobilfunkfirma One2One (heute: T-Mobile UK), die die Telekom im August 1999 für rund 10 Milliarden Euro erworben hatte. Kröske soll angeblich nur die Hälfte für angemessen gehalten haben. ?ber unterschiedliche Einschätzungen im Vorstand und damit über die Risiken seien der Aufsichtsrat und damit auch der Bund als Hauptaktionärs informiert gewesen. Dennoch sei der Börsengang neun Monate später durchgeführt worden. In der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" (Montagsausgabe) sprach Professor Wolfgang Gehrke, Mitglied der Börsensachverständigenkommission, vom Verdacht auf Emissionsbetrug.

Ein Telekom-Sprecher wies die Vorwürfe entschieden zurück: In dem Börsenprospekt sei damals alles eingeflossen, was Wissensstand gewesen sei. Darin seien auch Informationen zu Risiken umfangreich eingeflossen. Au?erdem habe sich der britische Mobilfunkbetreiber inzwischen gut entwickelt.

Bei der Bonner Staatsanwaltschaft, die gegen die Telekom und ehemalige Vorstände wegen möglicher Falschbewertung von Immobilien ermittelt, liegt seit längerem eine Anzeige wegen unrichtiger Angaben im Börsenprospekt vor. Diese Vorwürfe beziehen sich jedoch auf den Erwerb des US-Mobilfunkbetreibers VoiceStream, den die Telekom kurz nach dem Börsengang angekündigt hatte. Der Bund hatte damals bei einem Ausgabekurs von 66 Euro rund 15 Milliarden Euro aus dem Verkauf eines Aktienpaketes eingenommen. Inzwischen steht der Kurs bei rund 12 Euro. dpa

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