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Neue Vorwürfe im Apple-Finanzskandal

25.04.2007 | 11:07 Uhr |

Gestern noch schien Steve Jobs den Skandal um rückdatierte Aktienoptionen hinter sich gelassen zu haben (wir berichteten), nun aber zerrt ihn der frühere Apple-Finanzchef erneut ins Zentrum des Geschehens: Fred Anderson, bis 2004 Chief Financial Officer (CFO) des Unternehmens, belastet seinen damaligen Chef in einer schriftlichen Erklärung schwer: Jobs sei viel tiefer in die Affäre verwickelt, als er zugeben wolle.

Anderson habe sich bereits 2001 bei Jobs darüber informiert, ob die Vorstandsetage die im Zielfeuer stehende Optionen-Ausgabe vom 17. Januar 2001 im Vorfeld abgesegnet habe - der Apple-Chef habe das bestätigt, zitiert das Wall Street Journal (kostenpflichtig) den Ex-Manager. Allerdings liegt der Sachverhalt anscheinend anders: Später stellte sich heraus, dass das Apple-Board das Ausgabedatum nicht wie angegeben am 2. Januar, sondern erst im Februar 2001 festgelegt hatte. Es hatte die Ausgabe auf einen Zeitpunkt rückdatiert, an dem der Aktienkurs kurz nach der Macworld Expo besonders hoch war - zum Nachteil der Aktionäre. Anderson geht noch weiter: In der Folge will will er Jobs vor der Rückdatierung und möglichen Folgen bei der Bilanzierung gewarnt haben - doch anscheinend schritt der Apple-Chef nicht ein. Bislang hat die US-amerikanische Börsenaufsicht SEC noch keine Klage gegen den Steve Jobs erhoben. Zwar hat der Apple-CEO selbst einen Teil der rückdatierten Optionen gezeichnet, später hat er sie nach Angaben des Unternehmens jedoch in Aktien umgewandelt und so sei kein Schaden entstanden. Ex-CFO Anderson hingegen hat sich freigekauft: Er zahlt nach einem Vergleich 150.000 US-Dollar Strafe und gibt 3,5 Millionen Optionsgewinne zurück, will das aber nicht als Schuldeingeständnis verstanden wissen und bestreitet die Vorwürfe der SEC noch immer. Auch die ehemalige Apple-Justiziarin Nancy Heinen weist die Anschuldigungen der Börsenaufsicht zurück: Sie soll die Rückdatierungen vorgenommen, dabei Dokumente gefälscht oder dies angeordnet haben. Heinen wird sich wohl vor Gericht verantworten müssen.

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